Oberwil-Lieli

Im Litzibuch wird bald zwischen den Bäumen getanzt

20 junge Leute bilden das Organisationskommitee des Open Air «Bass & Baum», das dieses Jahr zum ersten Mal stattfindet

20 junge Leute bilden das Organisationskommitee des Open Air «Bass & Baum», das dieses Jahr zum ersten Mal stattfindet

Nach dem Ende von Openeye und Zamba Loca erhält das Freiamt ein neues Open Air: das «Bass & Baum» vom 28. bis 30. August in Oberwil-Lieli.

Es ist eine ungewöhnliche Zeit, um für ein neues Open Air zu werben. Doch wer würde sich im Moment nicht freuen, endlich wieder inmitten der Natur zu tanzen, beim Yoga-Workshop die Seele baumeln zu lassen oder im Holzschnitt-Kurs kreativ zu sein? Auf all das sollen sich die Leute, die im Moment daheim bleiben müssen, jetzt freuen können. «Bass & Baum» heisst das neue Open Air, das vom 28. bis 30. August auf dem Hof Litzibuch in Oberwil-Lieli stattfindet. 

Die Organisation übernimmt ein Kollektiv bestehend aus 20 jungen Leuten. Kennengelernt haben sie sich während der Schulzeit an der Kantonsschule Wohlen, an Veranstaltungen im Kuzeb in Bremgarten und an lokalen Festivals wie dem Openeye und dem Zamba Loca. Letztere wurden im Sommer 2019 zum letzten Mal ausgetragen, die Freiämter Festival-Ära schien beendet. «Wir fanden es sehr schade, dass das Freiamt nun kein Festival mehr hat. Deshalb wollten wir unbedingt selber etwas auf die Beine stellen», sagt Ivo Bosshard, Mitglied des Organisationskommitees.

Festival findet auf Waldlichtung statt

Das Team – das jüngste Mitglied ist 16, das älteste 23 Jahre alt – hat noch keine Erfahrung mit der Planung eines solchen Events. Dennoch sind sie zuversichtlich: «Die Organisatoren des Openeye stehen uns als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie helfen uns auch finanziell, beim Zeltaufbau oder bei der Kalkulation des Budgets», so Bosshard. Das «Bass & Baum»-Festival sei jedoch keine Kopie des Openeye, eher eine Hommage an den Vorgänger. Denn neben dem neuen Namen setzen sie auch auf ein anderes Konzept. «Es wird über zehn Bands, zahlreiche Workshops, Verkaufsstände und einen Poetry Slam geben.»

Die Wahl des Austragungsorts sei kein Zufall. «Uns war es auch wichtig, einen Ort zu finden, der im Freiamt liegt und gut erreichbar ist», sagt Bosshard. Der Hof Litzibuch erfülle alle Ansprüche und die Kinder der Familie engagieren sich erst noch selbst im OK des neuen Open Airs. Ein Teil des Festivalgeländes wird auf einer Waldlichtung aufgebaut, wodurch eine spezielle Atmosphäre entstehe. Auch OK-Mitglied Alec Nikolov freut sich: «Dieser Ort ist eine Oase im Wald, einfach gut fürs Gemüt.» Die Natur habe auch als Inspiration für den Namen «Bass & Baum» gedient: Auf der isolierten Kuhweide steht ein grosser Baum und ab 1 Uhr morgens kann sowohl zu den Klängen der Bassgitarre als auch zu elektronischen Bässen getanzt werden.

Bis zu 700 Besucher erwartet

Musikalisch wollen die Organisatoren Abwechslung bieten: Neben Bands wie Marama Tribe (Percussion & Dudelsack) und Hermanos Perdidos (Cumbia) wird es auch Jam-Sessions geben und nach Mitternacht wird elektronische Musik gespielt. «So ist für jeden Geschmack etwas dabei», sagt Mitorganisatorin Jana Holland. Die Bands seien ihnen mit der Gage entgegengekommen und auch vom Umfeld erfahren sie grosse Unterstützung. «Trotzdem sind wir noch auf der Suche nach Gönner und Sponsoren. An einer Party im Kuzeb haben wir bereits Geld gesammelt». Auch helfende Hände, beispielsweise Stromer oder Freiwillige für den Auf- und Abbau, werden noch dringend benötigt.

Trotz grossem Aufwand – für alle ist die Organisation des Festivals ein Hobby – verlieren sie nicht den Spass. «Wir freuen uns am meisten auf den Aufbau und auf den Moment, wenn die ersten Besucher kommen und das Ergebnis sehen», sagt Bosshard. Sie rechnen mit 500 bis 700 Besuchern am gesamten Wochenende. Einzig die aktuelle Situation bereite ihnen etwas Sorge. «Wir hoffen natürlich, dass bis im August Menschenversammlungen wieder möglich sind.»

«Sömli» als eigene Währung

Das junge Organisationskommitee macht sich auch Gedanken zum Abfallsystem, mit dem viele Festivals Probleme haben. «Vom OK ist eine Person für dieses Thema verantwortlich. Uns ist es ein grosses Anliegen, dass wir den Platz wieder möglichst sauber hinterlassen», betont Bosshard. Damit möchten sie auch dem Bauern, der ihnen das Land zur Verfügung stellt, Wertschätzung zeigen.

Bereits jetzt ist klar: Das Festival soll eine familiäre Stimmung schaffen. Dies wird nicht zuletzt auch mit der Verpflegung – es wird eine Küche und einen Crêpe-Stand geben – und einer weiteren Besonderheit erreicht: «Wir arbeiten mit einem Depotsystem. Die Besucher sollen das Geschirr selbst abwaschen». Am «Bass & Baum» kann für ein Wochenende in eine andere Welt eingetaucht werden – und bezahlt wird mit der eigenen Währung, den «Sömli».

Die erste Ausgabe des «Bass & Baum»-Festivals findet vom 28. bis 30. August statt. Tickets sowie weitere Informationen gibt es auf www.bassundbaum.ch.

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