Als Kriegsberichterstatterin in Tschetschenien brachte Anna Politkowskaja (1958–2006) durch ihre Reportagen über Verbrechen in der russischen Armee, Korruption, Folter und paramilitärische Kriegsführung die russische Regierung gegen sich auf und wurde zur «Feindin des russischen Volkes».

Nach mehreren Morddrohungen wurde sie im Treppenhaus ihrer Moskauer Wohnung umgebracht – am Geburtstag des russischen Präsidenten Putin.

Jetzt zeigt das Kellertheater die Schweizer Erstaufführung über sie. Der Monolog spiegelt Politkowskajas Kampf gegen staatliche Willkür, ihre Zweifel und die Gewissheit, dass die Propaganda gegen den Staat bestraft wird – mit dem Tod.

Der Florentiner Autor und Regisseur Stefano Massini, der als wichtige Stimme im neuen italienischen Theater gilt, hat sein Memorandum über Politkowskaja ein Jahr nach ihrem Tod geschrieben. Regie führt Jennifer Whigham. Die Interpretation der Figur ist eine Herausforderung, der sich Kornelia Lüdorff auf dem Bühnenraum, der in ein provisorisches Arbeitszimmer der Journalistin verwandelt wird, überzeugend stellt.

Während siebzig Minuten erzählt sie von den Ereignissen dieser Kriegsjahre: von blutjungen, russischen Soldaten, die ihre «Norm» des Tötens erfüllen, von legalen Vergewaltigungen und Mangel an Wasser, Strom und Lebensmitteln, gespielt mit Mut zur Einfachheit. (AZ)

Aufführung Samstag, 13. Januar, 20.15 Uhr im Kellertheater Bremgarten