Zukunft Mutschellen
Im Frühling 2017 gibt das Volk die Richtung vor

Das Politprojekt «Zukunft Mutschellen» geht in die entscheidende Phase, am 8. September wird die Bevölkerung umfassend informiert.

Carmen Frei
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Im nächsten Jahr sollen die Stimmberechtigten sagen, wo es lang geht. Carmen Frei

Im nächsten Jahr sollen die Stimmberechtigten sagen, wo es lang geht. Carmen Frei

Im April 2015 ging das Projekt «Zukunft Mutschellen» an den Start mit dem Auftrag, die drei Optionen verstärkte Zusammenarbeit, Verwaltungsgemeinschaft oder gar Fusion der drei Gemeinden Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen zu prüfen. Am 8. September 2016 werden die gewonnenen Erkenntnisse der Öffentlichkeit präsentiert und diskutiert.

Rund 100 engagierte Einwohnerinnen und Einwohner aus den drei Projektgemeinden trafen sich von April 2015 bis März 2016 zu acht Arbeitssitzungen. Die Resultate aus den rege geführten Diskussionen wurden anschliessend verschriftlicht und über die Sommermonate von den betreffenden Gemeinderäten bereinigt. Peter Spring: «Auch wenn in den Details unterschiedliche Ansichten bestehen, tendiert eine Mehrheit der Gemeinderäte auf die Ausarbeitung eines Fusionsvertrags.»

Bevölkerung gefragt

Es sind jedoch nicht die Gemeinderäte von Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen, die über das weitere Vorgehen in Sachen Zukunft Mutschellen entscheiden, sondern die Stimmberechtigten aus den drei Projektgemeinden. Darum werden alle Interessierten am 8. September 2016 auf 19.30 Uhr ins Berikerhus in Berikon zum öffentlichen Informationsanlass eingeladen. Dort werden die Erkenntnisse aus den Workshops der Arbeitsgruppen «Behörden, Verwaltung»; «Entwicklung, Bau- und Nutzungsordnung, Verkehr»; «Schulwesen»; «Finanzen, Liegenschaften»; «Ortsbürger, Forst, Landschaft, Naturschutz»; «Technische Betriebe»; «Werkhof, Kehricht, Feuerwehr» und «Kultur, Freizeit, Vereine, Namen, Wappen» präsentiert. In einem zweiten Programmteil wird das weitere Vorgehen aus Sicht der Gemeinderäte dargestellt. Ein zukunftsgerichteter Austausch unter allen Anwesenden soll den Abend abrunden.

Vorentscheid im Frühling

Der 8. September bildet somit den Auftakt zur breit angelegten Vernehmlassung der Zukunft Mutschellen, an der sich sowohl die Bevölkerung als auch die Parteien und Interessensgruppen beteiligen können. Auf der Projektwebseite www.mutschellen.ch und den Internetseiten von Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg und Widen wird nach dem 8. September als Diskussionsbasis der gesamte Projektbericht einsehbar sein. Ein Leitfaden gibt vor, wie schriftlich die eigene Meinung zur Zukunft Mutschellen dargelegt werden kann. «Es ist uns wichtig, den Puls zur Zukunft Mutschellen zu fühlen», erklärt Josef Brem, Gemeindeammann von Rudolfstetten-Friedlisberg. Dies insbesondere im Hinblick auf die vorgesehenen, ausserordentlichen Gemeindeversammlungen zur Zukunft Mutschellen.

Diese Versammlungen sollen in allen drei Projektgemeinden am gleichen Abend im ersten Quartal 2017 durchgeführt werden. Dabei muss der Ausarbeitung eines Fusionsvertrags zugestimmt werden. Bei Annahme dieses Antrages in allen drei Gemeinden kommt es zu einem späteren Zeitpunkt an den Gemeindeversammlungen zur Abstimmung über den Fusionsvertrag. Dieser Entscheid wird dem obligatorischen Referendum unterliegen, das heisst, es gibt eine Volksabstimmung. Projektbegleiter Jean-Claude Kleiner: «Dem Fusionsvertrag müssen alle drei Gemeindeversammlungen zustimmen, sonst ist die Sache gelaufen.»

Faire Ausgangslage für Wahlen schaffen

Ob verstärkte Zusammenarbeit, Verwaltungsgemeinschaft oder Fusion: In welche Richtung es auch immer gehen wird, wichtig ist für Berikons Ammann Stefan Bossard ein weiterer Aspekt: «Gerade hinsichtlich der Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2017 wollen wir eine faire Ausgangslage schaffen.» Die potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten sollen wissen, ob sie sich für eine neue Legislatur in den Gemeinderäten Berikon, Rudolfstetten-Friedlisberg oder Widen zur Wahl stellen oder nur bis zu einer allfälligen Fusion der Gemeinden am Mutschellen. (cf)