Bremgarten

Im Freiamt wird nicht in allen Freibädern das Wasser abgelassen

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Das Wasser wird im Freibad Bremgarten nicht abgelassen.

Nur Muri legt das Freibad im Winter trocken. Die Freibäder in Bremgarten und Wohlen lassen ihre Becken in der kalten Jahreszeit aus unterschiedlichen Gründen befüllt. Beide Orte haben aber eigene Kniffs und Tricks gegen das Eis und die Kälte.

Das Freibad in Bremgarten ist fast völlig zugefroren. Nur unter dem Sprungbrett ist eine eisfreie Stelle auszumachen. Auch in Wohlen bleibt das Wasser den ganzen Winter im Becken. In Muri dagegen wird es abgelassen. Wieso das? Und kann das Eis nicht Schäden am Becken verursachen?

Folie hält sich im Wasser besser

«Das Wasser bleibt den ganzen Winter über drin, das ist Absicht», sagt Renato Lorenzi, Badmeister der Badanlage Isenlauf in Bremgarten. «Das ist sogar besser fürs Becken», erklärt er. Früher wurde das Becken über den Winter geleert, seit es mit Folie ausgekleidet ist aber nicht mehr. Die Folie halte nämlich länger, wenn sie feucht bleibe. Zusätzlicher Vorteil, so Lorenzi: «Im Frühling lässt sich die Folie dann leichter reinigen.»

Damit der Wasserstand nicht absinkt und die Ränder bedeckt bleiben, wird vom unteren Ausgleichsbecken zusätzliches Wasser heraufgepumpt.

«Eisbrecher» verhindern Schäden

So genannte Eisbrecher im Wasser verhindern Beschädigungen an Wänden oder der Folie. Die Kunststoffelemente sind mit Luft gefüllt und lassen sich zusammendrücken. Wenn das Wasser zu Eis gefriert und sich ausdehnt, drückt es nicht auf die Wände, sondern auf die Eisbrecher.

Auch in Wohlen bleiben die grossen Becken gefüllt. Hier schützt man sich anders vor der Kälte: «Der Kreislauf des Schwimmbeckens ist mit demjenigen der Eisbahn verbunden», erklärt Badmeister Stefan Meier. Während die Eisbahn gekühlt wird, kann gleichzeitig das Schwimmbecken so weit gewärmt werden, dass keine Vereisungen entstehen.

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Das Becken in Bremgarten ist schon mit einer Eisschicht bedeckt.

Muri leert Freibad im Winter

Anders sieht die Situation in Muri aus. Zum ersten Mal liegt das Freibad in diesem Winter trocken. Die Lage sei entscheidend, begründet Badmeister Toni Bösch: «Es gab die Befürchtung, das Grundwasser unterhalb der Betondecke könnte gefrieren und den Boden heraufdrücken.» Abklärungen hätten nun ergeben, dass diese Gefahr nicht bestehe, so Bösch. «Wenn sich das Becken unterhalb des Grundwasserspiegels befinden würde, dann müsste es befüllt bleiben, damit ein gewisser Gegendruck herrscht», sagt Bösch. Sonst würde das Grundwasser gegen die Wände des Schwimmbeckens drücken.

Weniger Arbeit im Frühling

«Das Entleeren erspart uns viel Aufwand, die Putzarbeiten im Frühling können in zwei statt in vier Phasen durchgeführt werden, erklärt der Murianer Badmeister. Ausserdem bilde sich so keine Gülle am Boden des Beckens und man könne an Chemie sparen.
Die Technik werde zusätzlich geschützt: «Der Raum wird immer auf 5 Grad gehalten, damit an den Geräten keine Schäden entstehen», so Bösch.

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