Rottenschwil
Im Freiamt treten die Gemeinderäte gestaffelt zurück

Bis Ende 2013 treten drei langjährige Gemeinderäte im Abstand von je einem halben Jahr zurück. Als erster verabschiedet sich Ende dieses Jahres Franz Ungrad.

Lukas Schumacher
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Rücktrittswillig:Gemeindeammann Romuald Brem (vorne links), Ralf Ernst (vorne, Zweiter von rechts) und Franz Ungrad (hinten rechts). sl/archiv

Rücktrittswillig:Gemeindeammann Romuald Brem (vorne links), Ralf Ernst (vorne, Zweiter von rechts) und Franz Ungrad (hinten rechts). sl/archiv

In Rottenschwil kommt es zu einer Rücktrittswelle in der Gemeindebehörde. Drei langjährige Gemeinderäte verlassen die lokale Politbühneinnert einem Jahr. Die Hintergründe dafür sind weder Streitereien noch unüberbrückbare Differenzen. Das Gegenteil sei der Fall, versichert Gemeindeschreiberin Cornelia Hermann, das Klima im fünfköpfigen Gemeinderat sei ausgesprochen gut.

«Freizeit anders verbringen»

Die Ursache der drei Rücktritte ist einheitlich, unspektakulär und verständlich. Nach je rund zehnjährigem Engagement fürs Dorf und die Dorfbewohner wollen die drei Rücktrittswilligen einen schönen Teil ihrer Freizeit anders verbringen. Nebst dem Beruf soll wieder mehr Zeit bleiben für Familiäres und Persönliches. Weil ein dreifacher Rücktritt per Ende 2013 – zum Ablauf der Amtszeit 2010 bis 2013 – die kleine, derzeit rund 800 Bewohner zählende Gemeinde gehörig in die Bredouille gebracht hätte, entschlossen sich die drei erfahrenen Rottenschwiler Gemeinderäte zu zeitlich gestaffelten Demissionen. Zuerst, auf Ende 2012, demissioniert der nebst anderem fürs Ressort Finanzen/Steuern zuständige Gemeinderat Franz Ungrad. Der 52-jährige Lehrer am Berufsbildungszentrum Freiamt gehört seit Anfang 2003 dem Gemeinderat an.

Ungrads Nachfolger oder Nachfolgerin wird am 25. November an der Urne gewählt. Bis zum 12. Oktober müssen die Wahlvorschläge bei der Gemeindekanzlei Rottenschwil eintreffen. Anmeldeformulare kann man bei der Kanzlei beziehen.

Vizeammann geht Mitte 2013

Ein halbes Jahr nach Ungrad, also Mitte 2013, will der 49-jährige Vizeammann Ralf Ernst zurücktreten. Ernst, Vorsteher des Ressorts Bau und amtsältester Gemeinderat, arbeitet seit Anfang 2002 in der Behörde mit. Wiederum ein halbes Jahr später, auf Ende 2013, demissioniert der 56-jährige Gemeindeammann Romuald Brem nach dann zehneinhalb Jahren im Gemeinderat, davon sieben als Gemeindeammann.

Ob diese ausgeklügelte Rücktrittsplanung in der Praxis wie angedacht umgesetzt werden kann, wird sich zeigen. In der Vergangenheit bekundete Rottenschwil hin und wieder Mühe, freie Sitze in Behörden und Kommissionen auf Anhieb zu besetzen. Daher könnte bei der einen oder anderen anstehenden Ersatzwahl die Regelung «Rücktritt zum Zeitpunkt der Ersetzung» zur Anwendung kommen. Das heisst, ein Gemeinderat muss so lange im Amt bleiben, bis der Nachfolger oder die Nachfolgerin seine Aufgaben auch übernimmt.