Freiamt

Im Freiamt soll dreimal am Bahnhof gebaut werden

Mit den geplanten Überbauungen (hier das Modell Augraben) wird Bremgarten markant wachsen. sl/archiv

Mit den geplanten Überbauungen (hier das Modell Augraben) wird Bremgarten markant wachsen. sl/archiv

Bremgarten, Muri und Wohlen stehen vor der Realisierung ihre Bauprojekte. Zwar sind die Baumaschinen bisher noch an keinem Standort aufgefahren, dennoch dürfte der dreifache grosse Bahnhof im Freiamt in absehbarer Zeit Realität werden.

Futuristisch mutet das Grossprojekt an der Zürcherstrasse in der Nähe des Bahnhofs Bremgarten an. In zwei Bauetappen will der einheimische Unternehmer Toni Steiner eine viergeschossige Geschäfts- und Wohnüberbauung errichten, deren Gebäudefront es im Endausbau auf eine Länge von 228 Metern bringen soll. Mehr als 50 Millionen Franken betragen die Baukosten.

Für die erste Etappe zwischen dem Bahnhof und dem Kulturzentrum Bremgarten, der einstigen Kleiderfabrik, liegt ein rechtskräftiger Gestaltungsplan vor. Steiner wollte diese Etappe für 22 Millionen Franken ab Frühjahr 2012 realisieren. Überraschend und vorsorglich, wie verlautete, hat das Regionalbahnunternehmen BDWM Transport AG eine Einsprache zur ersten Etappe verfasst (az vom 30.12.2011). Wie stark die Einsprache das Bauvorhaben verzögert, wird sich zeigen.

Klar ist aber: Das Projekt am Bahnhof soll dem Reussstädtchen nicht nur Wachstum um des Wachstums willen bescheren, sondern eine deutlich wahrnehmbare städtebauliche Aufwertung bringen.

Muri: Verwaltung am Bahnhof?

Beim Bahnhof will eine Pensionskasse bis zu 130 neue Wohnungen sowie verschiedene Geschäfte realisieren. Zwei Drittel oder 6390 Quadratmeter des zu überbauenden Bahnhofareals befinden sich im Besitz der Gemeinde Muri. Die SBB besitzen 3394 Quadratmeter, Private 2000 Quadratmeter des Areals.

Ziele des Projekts sind eine städtebauliche Aufwertung, eine attraktive Gestaltung des Murianer Eingangstors, eine gemischte Nutzung mit Gewerbe, Dienstleistungen und Wohnen sowie optimierte verkehrstechnische Abläufe. Konkret geht es auch darum, die heutige Situation der Bushaltestelle mit einem Busterminal wesentlich zu verbessern.

Angedacht ist schliesslich auch, dass Muri im Bahnhofgebiet eine neue Gemeindeverwaltung realisieren könnte, um Raum zu schaffen für die Kultur im Klosterbezirk.

Derzeit ist die Entwicklungsgesellschaft Eicher Generalunternehmung AG aus Regensdorf daran, das Projekt für einen Investor, eine sehr grosse Pensionskasse, so weit vorzubereiten, dass dieser einsteigen kann.

Wohlen: Einsprachen seit 2007

Das Projekt der Feldmann Immobilien AG sieht beim Restaurant Feldschlösschen eine Arealüberbauung mit zwei Wohn- und Geschäftshäusern mit 39 Wohnungen, zwei Läden und zwei Gewerbeeinheiten vor. «Das Bahnhofquartier Wohlen erfährt durch das Projekt insgesamt eine spürbare, nachhaltige Aufwertung», ist auf der Website der Murianer Immobilienfirma nachzulesen.

Bisher konnten die Pläne aber nicht realisiert werden. Zwar erteilte der Gemeinderat im Juli 2007 die Baubewilligung, Anwohner bekämpfen das Projekt aber mit juristischen Mitteln. Nach einem langen Hin und Her zwischen Regierungsrat, Verwaltungs-, Ober- und Bundesgericht ist derzeit in Lausanne eine Beschwerde hängig. Dabei geht es um die Frage, ob das Verwaltungsgericht im hängigen Beschwerdeverfahren eine neue Besetzung mit anderen Richtern vornehmen muss oder nicht.

Die Feldmann Immobilien AG rechnet laut ihrer Website dennoch im laufenden Jahr mit der Realisierung der Bahnhofüberbauung.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1