Wahlkampf
Im Freiamt sind die Wahlplakate der FDP speziell gefährdet

Eine Umfrage bei den Parteipräsidenten in den Bezirken Bremgarten und Muri zeigt: Plakate der FDP werden offenbar am häufigsten beschädigt. Doch auch andere Parteien sind von Vandalenakten betroffen.

Fabian Hägler
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Nur noch ein leerer Plakatständer steht hier in Waltenschwil.

Nur noch ein leerer Plakatständer steht hier in Waltenschwil.

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«Ich bin enttäuscht über das Demokratieverständnis der Plakatdiebe», sagt Yatin Shah, FDP-Kandidat aus Waltenschwil. Zwei seiner Plakate fehlen seit Freitag, nur der leere Ständer (Bild rechts) ist übrig geblieben. «Dies ist eine feige Art Politik zu machen und untergräbt einen fairen Wahlkampf», findet Shah. Der junge FDP-Kandidat erwägt, Strafanzeige zu erstatten. Vorher möchte er aber den Dieben die Chance geben, bis Freitag, 21. September, die Plakate zurück
an ihren Platz zu stellen.

Doch die Hoffnung ist klein. «Dieses Jahr ist es besonders schlimm mit den zerstörten Plakaten», sagt Edwin Riesen, Präsident der FPD Bezirk Bremgarten. Riesen muss es wissen, er war schon bei den Grossratswahlen 2008 und den Nationalratswahlen 2010 als Wahlleiter tätig.

Bei der SVP scheinen sich die Probleme auf den Bezirk Bremgarten zu beschränken. Der Murianer Bezirkspräsidentin Esther Bachmann sind keine Fälle in ihrer Region bekannt.

Nicht nur Bürgerliche betroffen

«Plakate werden querbeet durch die Parteienlandschaft abgeräumt – auch jene von uns Grünen!», schreibt Brigitte Fischer, Präsidentin der Grünen im Bezirk Bremgarten, auf aargauerzeitung.ch. Auf Nachfrage sagt Fischer, am Mutschellen seien auch Kandelaberplakate der Grünen entwendet worden. Über die möglichen Täter mag sie indes nicht spekulieren.

SP-Grossrat Flurin Burkard aus Waltenschwilkennt das Problem bisher nicht. Der Grund ist einfach: «Wir
haben noch keine Grossratsplakate aufgehängt.» Plakate von Regierungsrat Urs Hofmann seien aber auch schon beschädigt worden, sagt er.

Weitgehend ungeschoren kam bisher die CVP davon. Der Bremgarter Bezirkspräsident Karl Kaufmann hat keine Kenntnis von beschädigten Plakaten. «Vielleicht, weil wir dieses Jahr bei der Kandelaberwerbung zurückhaltender sind», vermutet er. CVP-
Bezirk-Muri-Präsident Herbert Strebel meldet erfreut: «Keine Zerstörungen, kein Vandalismus.»

20 Prozent der Plakate fehlen

Auch die Grünliberalen, mit Kandelaberplakaten in der Region stark präsent, blieben bisher von Beschä-digungen verschont, wie GLP-Freiamt-Präsident Urs Lüthi sagt.

Roland Leu, Präsident der BDP im Bezirk Bremgarten, stellt fest, dass
einige Plakate seiner Partei zerrissen oder verschmiert worden sind. Er rechnet damit, dass weitere Fälle folgen werden. «Nach den Nationalratswahlen konnten wir nur 80 Prozent der Plakate wieder einsammeln, der Rest war verschwunden.»