Wohlen
Ihr Thriller soll über Drogen informieren – «Ich will nicht die Drogenmafia durchleuchten»

Die Kolumbianerin Ana Bella Romero will auf spannende Art erklären, warum Menschen sich zu Drogen verführen lassen

Andrea Weibel
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Ana Bella Romero hat als Bella Roz einen Thriller über Drogen verfasst – die gebürtige Kolumbianerin weiss, wovon sie redet. Andrea Weibel

Ana Bella Romero hat als Bella Roz einen Thriller über Drogen verfasst – die gebürtige Kolumbianerin weiss, wovon sie redet. Andrea Weibel

Kolumbien ist vor allem für eines bekannt: Drogenhandel. «Die Leute scheinen zu glauben, 90 Prozent der Kolumbianer arbeiteten in der Drogenszene. Das ist absoluter Quatsch. Kolumbien hat auch sehr viele schöne Seiten. Ein grosses Problem ist es aber sehr wohl, und man spürt die Machenschaften der Drogenmafia immer wieder, wenn man dort aufwächst», sagt die 46-jährige Wahlwohlerin, die bereits seit 20 Jahren in der Schweiz lebt. «Ich habe Freunde, die drogensüchtig sind, einer ist sogar daran gestorben, und auch in meiner Familie gibt es leider Menschen, die einfach nicht davon loskommen.»

Genau das hat die Mutter einer 15-jährigen Tochter schon immer interessiert – und irgendwann gar nicht mehr losgelassen: «Ich habe mich immer wieder gefragt, warum Menschen überhaupt Drogen nehmen. Man weiss ja, wie schlimme Folgen sie haben können, dennoch tut man es. Ich musste dieser Frage einfach nachgehen.» Und noch wichtiger: «Ich merke, dass insbesondere die Jugendlichen in meiner Heimat viel zu wenig Informationen über die Folgen von Drogenkonsum haben. Dagegen wollte ich etwas tun.»

Ana Bella Romero hat als Bella Roz einen Thriller über Drogen verfasst – die gebürtige Kolumbianerin weiss, wovon sie redet. Andrea Weibel

Ana Bella Romero hat als Bella Roz einen Thriller über Drogen verfasst – die gebürtige Kolumbianerin weiss, wovon sie redet. Andrea Weibel

Also vertiefte sie sich nicht nur in Fachliteratur über Psychologie und Drogen, sondern verpackte all ihr angesammeltes Wissen in einen Thriller. «Ich möchte die Informationen weitergeben, aber ich weiss auch, dass die Leute, die ich erreichen will, Fachbücher gar nicht erst zur Hand nehmen. Ich will ihnen eine spannende Geschichte liefern, die sie gleichzeitig auf einfach verständliche Art informiert.» Das waren die Anfänge von «Droga – el paraíso sublime», zu Deutsch: «Drogen – das verlockende Paradies».

Roman spielt in der Schweiz

Ihr Erstlingsroman, der im Moment nur auf Spanisch erhältlich ist, kommt frisch ab Presse. Er soll so bald wie möglich auf Deutsch und Englisch übersetzt werden. «Die Geschichte handelt von einer Zürcher Journalistin, die zum Thema Drogen recherchiert.» Dabei stolpert sie über internationale Fäden, die bis zu ihren eigenen, längst verstorbenen Eltern führen, einer Künstlerin und einem Kunstsammler in der behüteten Schweiz. Und zu drei Bildern, deren Sujets die Mafia aus irgendeinem Grund aufs Äusserste reizen.

Aber warum setzt Ana Bella Romero, die sich als Schriftstellerin kurz Bella Roz nennt, die Geschichte in der Schweiz an? Warum nicht in ihrer Heimat? «Einerseits sind Drogen ein internationales Thema, da spielt es keine Rolle, wo die Geschichte spielt», erklärt sie. «Andererseits wollte ich nicht direkt über Kolumbien schreiben, weil ich es ehrlich gesagt für nicht ganz ungefährlich halte, zu tief zu graben. Ich will nicht die Drogenmafia durchleuchten, mein Thema ist die menschliche Psyche, dort, wo die Ursache für Drogensucht zu finden ist.»

Sie freut sich sehr, das Buch in Händen zu halten. «Es ist ein unglaubliches Gefühl, nach vier Jahren, in denen ich daran gearbeitet habe, endlich das fertige Werk vor mir zu haben.» Sie kann kaum erwarten, möglichst bald auch die Übersetzungen anbieten zu können, damit die Leute ihrer heutigen Heimat lesen können, welch internationale Verwicklungen in einer kleinen Wohnung mitten in Wohlen entstanden sind.

«Droga – el paraíso sublime» im Onlinehandel als Buch und E-Book. Deutsche und Englische Versionen folgen.