Rudolfstetten
IG will sich brisantem Thema zur Alterssiedlung-Stiftung annehmen

Die IG ÄlterWerden gibt die Ergebnisse ihrer Umfrage und ihre Pläne ins Rollen.

Melanie Burgener
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Beatrice Koller freut sich über die vielen Rückmeldungen zur Umfrage.Melanie Burgener

Beatrice Koller freut sich über die vielen Rückmeldungen zur Umfrage.Melanie Burgener

Melanie Brugener

«Wo möchte ich leben, wenn ich 85 bin?» Diese Frage beschäftigte die 130 Personen, die sich am 25. Oktober in der Mehrzweckhalle in Rudolfstetten an der Infoveranstaltung der IG ÄlterWerdenInRudolfstetten-Friedlisberg zusammengefunden hatten. Ihnen ist die Wohnsituation im Alter in ihrer Gemeinde ein grosses Anliegen. Das zeigen die 80 ausgefüllten Fragebogen, die von der IG bereits ausgewertet und analysiert worden sind. Die zahlreichen Rückmeldungen und die vielen neuen Mitglieder bestärkten die sieben Initianten in ihren Vorhaben. Zu vier Themen werden sie jetzt die nächsten Schritte in die Wege leiten.

Zusammenarbeit mit Gemeinderat

Eines dieser vier Themen beschäftigt sich mit der Gründung einer Genossenschaft. Dazu soll unter Federführung von Beatrice Koller, Leiterin der IG, eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, dessen Ziel die Evaluation möglicher Genossenschafts-Formen und Standorte ist. Notar Roger Seiler aus Berikon hat sich bereit erklärt, in einem nächsten Schritt der IG über die Formen und die Rechtsgrundlagen einer Genossenschaft zu informieren.

Weiter sind die Erwartungen an die Überbauung Isleren gross. Dieses Projekt könnte auch gut mit der geplanten Genossenschaft verknüpft werden, indem dort Genossenschafts- oder Mehrgenerationenwohnungen geschaffen werden. Die IG hofft, dass aus dem Überbauungsprojekt auch etwas für die Ruedistetter herausspringt. Aus diesem Grund wollen sie auch in der Weiterentwicklungs-Kommission vertreten sein.

Der Stiftungszweck ist nicht erfüllt

Ein sehr brisantes Thema ist die 1978 gegründete Stiftung Alterssiedlung Rudolfstetten-Friedlisberg, die sich ursprünglich für das Altersheim in Rudolfstetten eingesetzt hat. Nachdem dieses abgelehnt wurde, hat die Stiftung im Dorfzentrum der Gemeinde sechs Wohnungen gekauft. Diese sind durch die Investitionen der Stiftung noch alle in einem guten Zustand. Jedoch werden mittlerweile nur noch zwei von über 65-Jährigen bewohnt.

Das erfüllt die heutigen Bedürfnisse älterer Ruedistetter und Friedlisberger, die sich mehr Alterswohnungen wünschen, nicht. «Der Stiftungszweck wird nicht mehr erfüllt, das müssen wir angehen – wir wollen einen Stein ins Rollen bringen», so Koller. Eine optimale Lösung wäre der Verkauf der sechs Wohnungen und die anschliessende Investition des Geldes in die Überbauung Isleren. Die Umfrage zeigte den Wunsch nach mehr Transparenz der Stiftung. So hätte die IG gerne eine Ausschreibung der Finanzen, der zur Vermietung stehenden Wohnungen und der Stiftungsratsvakanzen, damit sich jeder melden könnte.

Zu den Projekten Neubau reformierte Kirchgemeinde Mutschellen-Bremgarten und der Überbauung MFH Bahnhof erfolgen seitens der IG keine weiteren Aktionen. Sie will die Weiterentwicklung jedoch beobachten.