Muri

«Ich sehe mich nicht als Parteibüffel»: Diese SVPlerin will in den Gemeinderat

Manuela Meier, SVP, umgibt sich in ihrem Zuhause gerne mit schönen Dingen und findet jetzt Zeit, sich der Politik zuzuwenden. ES

Manuela Meier, SVP, umgibt sich in ihrem Zuhause gerne mit schönen Dingen und findet jetzt Zeit, sich der Politik zuzuwenden. ES

Ersatzwahl in den Gemeinderat: Manuela Meier (SVP) sagt, was ihr wichtig ist und was sie vorhat.

Die Hausnummer ist noch nicht montiert. Im 2016 erstellten Dreifamilienhaus an der Zürcherstrasse 44 in Muri hat sich die Familie von Manuela Meier aber schon bestens eingerichtet. Blumen und Kerzen zeugen davon, dass sich die Familienfrau und teilzeitlich arbeitende Immobilienbewirtschafterin gerne mit schönen Dingen umgibt.

Sie sind Immobilienbewirtschafterin. Was beinhaltet diese Arbeit?

Ich vermiete Wohnungen, führe Wohnungsübergaben durch und bin für die Budgetplanung und Kostenkontrolle mehrerer Liegenschaften im Miet- und Stockwerkeigentum verantwortlich. Ich stehe im täglichen Kontakt mit Eigentümern, Mietern, Hauswarten, Handwerkern und Behörden.

Das machen Sie als Angestellte?

Ja, ich bin seit 2010 bei der Leuthard Immobilien AG angestellt und belege ein 50-Prozent-Pensum.

Politik und Beruf bringen Sie so gut unter einen Hut?

Ja, einerseits habe ich durch das Teilzeitpensum genügend Zeit, andererseits kann ich meine Arbeit sehr flexibel gestalten, und meine Kinder werden zudem immer mehr flügge. Das gibt mir den Raum für eine politische Arbeit.

Sie betreten in der Politik Neuland?

Ja, bisher habe ich mich politisch nicht engagiert, war jedoch immer politisch interessiert. Die Möglichkeit, nun aktiv in die Politik einzusteigen, wurde an mich herangetragen. Ich habe mich damit intensiv auseinandergesetzt und bin zum Schluss gekommen, dass sich hier ein interessantes und herausforderndes Gebiet öffnet und ich jetzt die Zeit dafür aufbringen kann.

Sie würden Christine Brun in ihrem Ressort Hochbau, Planung und Liegenschaften ersetzen.

Von meinem Beruf her passt das gut. Zudem würden meine beruflichen Erfahrungen gerade in diesem Ressort den für mich neuen Einstieg in die Politik sicher erleichtern. Zum Beispiel war die Kenntnisnahme der Raumplanung und Bau- und Nutzungsordnung ein Fachbereich meiner Ausbildung.

Wie beurteilen Sie die enorme Bautätigkeit in Muri?

Die Gemeinde wächst schon sehr stark, und mit der Zunahme der Bevölkerung stellt sich auch schnell die Frage nach der Infrastruktur. Sie sollte Schritt halten können, gleichzeitig darf man die daraus entstehenden Kosten nicht aus den Augen verlieren. Die Politik ist in diesem Bereich sicher ziemlich gefordert.

Das macht das Amt im Gemeinderat nicht leichter.

Ich habe das Vertrauen in den Gemeinderat und in die Abteilung Bau und Planung, dass die gestellten Aufgaben konstruktiv und in einem guten Team bewältigt werden können. Man wird als neues Gemeinderatsmitglied sicher nicht allein gelassen.

Weshalb gehört der SVP der zweite Sitz?

Schon aufgrund des grossen Wähleranteils in Muri. Abgesehen davon stelle ich in persönlichen Gesprächen fest, dass es enorm viele SVP-Sympathisanten in der Gemeinde hat.

Weshalb kandidieren Sie für die SVP?

Weil ich stolze Schweizerin und Eidgenossin bin und mich klar auf der bürgerlichen Seite sehe. Zudem kann ich mich mit den Grundwerten und Zielen der SVP absolut identifizieren.

Welcher politische Stil gefällt Ihnen besser – der von Andreas Glarner oder der von Milly Stöckli?

«S’Milly Stöckli gfallt mer scho.» Sie hat so eine herzerfrischende Art. Andreas Glarner polarisiert sehr stark. Ich sehe mich nicht als Hardlinerin oder «Parteibüffel». Trotzdem: Ich setze mich dafür ein, unsere Eigenständigkeit zu bewahren.

Wie beurteilen Sie die Asylfrage?

Ich habe Mühe mit den Wirtschaftsflüchtlingen. In diesem Bereich ist Missbrauch festzustellen und zu unterbinden. Es kann nicht sein, dass in der Bevölkerung wegen der Zuwanderung Angst aufkommt. Aber es ist klar: Wenn man Asylanten aufnehmen muss, kann und soll auch die Gemeinde Muri nicht kneifen. Aber man muss die Zuwanderung tief halten und steuern.

Die CVP empfiehlt den grünen Kandidaten zur Wahl. Überrascht oder enttäuscht Sie das?

Überrascht bin ich eigentlich nicht, aber dennoch enttäuscht. Natürlich hatte ich die Hoffnung, dass die CVP mich unterstützt, aber letztendlich entscheiden die Murianer Stimmberechtigten, wen sie im Gemeinderat haben wollen oder nicht. Auf jeden Fall steht jetzt eine breite Palette zur Wahl.

Was sind die Stärken der Gemeinde?

Muri hat viel Charme, die Klosteranlage ist ein schöner und beeindruckender Blickfang. Schön ist auch die Nähe zur Natur, ich denke ans Murimoos oder die umliegenden Wälder. Der Bahnhof ermöglicht eine gute Verkehrsanbindung, auch für die Kinder, die langsam flügge werden. Das war übrigens mit ein Grund, weshalb wir von Aristau nach Muri gezogen sind. Als Familie hat man in Muri das, was man haben muss und lebt trotzdem noch in einem überschaubaren Dorf.

Und die Schwächen?

Belastend sind sicher die Kosten, die durch die zunehmend notwendig werdende Infrastruktur entstehen. Die Situation Luzernerstrasse beim Frohsinn verursacht nicht nur viele Staus, sondern ist auch gefährlich. Es wird endlich Zeit, dass diese verbessert wird. Wachstum, Arbeitsplätze, Verkehr, Schule, Finanzen und das soziale Gleichgewicht sind wichtige Themen, die uns in den nächsten Jahren beschäftigen werden. Ich bin bereit für diese Herausforderungen.

Wenn Sie gewählt werden: Wie lautet Ihr Wahlversprechen, auf das Sie sich behaften lassen?

Ich werde auf Bewährtem aufbauen, haushälterisch mit den Gemeindefinanzen umgehen und meinen Beitrag zum Erhalt der guten Lebensqualität in Muri leisten.

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