Berikon
«Ich löse Differenzen im direkten Gespräch»

In Berikon haben sich anonyme Heckenschützen in letzter Minute in den Wahlkampf eingeschaltet. Eine Kandidatin und ein Kandidat nehmen dazu Stellung. MitVor- und Nachname.

Toni Widmer
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Flugblatt mit happigen Vorwürfen.

Flugblatt mit happigen Vorwürfen.

Kurz vor dem Urnengang sind sie auch in Berikon noch aktiv geworden, die anonym «Besorgten Stimmbürgerinnen und Stimmbürger» (az von gestern). Man kennt sie zwar von verschiedenen Wahlkämpfen landauf und landab seit Jahren. Aber man kennt sie nicht persönlich, weil sie traditionell anonym auftreten.

Auf dem Mutschellen kann man sie zumindest eingrenzen. An den Zielen ihres anonymen Angriffes gemessen, sind sie wohl eher rechts der politischen Mitte anzusiedeln.

Kein Teamplayer

Denn erstens kommt im Flugblatt der SP-Gemeinderatskandidat Stephan Haag massiv unter Beschuss. Und zweitens wird SP-Vizeamtsfrau Rosmarie Groux nicht zur Wiederwahl empfohlen.

Die Politikerin reagiert kurz und bündig: «Ich bin froh, steht mein Name nicht zur Empfehlung auf dem anonymen Flyer. Als Politiker bleibe ich mir selber treu und sage meine Meinung jederzeit offen, auch wenn mich das Wahlstimmen kosten kann.»

Stephan Haag holt etwas weiter aus. Immerhin wird er mit harten Vorwürfen konfrontiert. Er habe als Schulpflegepräsident 2010 erhebliche Defizite in Sachen Führungsstil und Teamfähigkeit erkennen lassen und damit einen Eklat in der Schulpflege provoziert.

Unwahrheiten verbreitet

«In der Regel löse ich Unstimmigkeiten im direkten Gespräch», äussert sich der Angeschuldigte zum anonymen Flugblatt. Jetzt bleibe ihm jedoch nur eine schriftliche Reaktion. Er wolle sich dabei nicht grundsätzlich auf die Diskussion einlassen, sondern lediglich richtigstellen, was an Falschaussagen schwarz auf weiss zu widerlegen sei. «Der Schulpflegepräsident», hält er fest, «wird nicht in stiller Wahl gewählt. Das Gremium konstituiert sich selber. Dieses Gremium hat mich während der letzten 6 meiner 8 Jahre Schulpflege zum Präsidenten gewählt.»

Erfunden sei auch, dass er Sitzungen fern geblieben sei, und das sogar unentschuldigt: «Dass das nicht stimmt, kann anhand der Protokolle überprüft werden.» Es sei selbstverständlich, dass in einem Team Konflikte entstehen könnten. Es sei jedoch seine Art, diese auf anständige Weise zu lösen.

Er sei überzeugt, dass die Beriker Bevölkerung die zusammenhanglosen Anschuldigungen richtig einordnen könne, meint Haag weiter.

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