Wohler Kandidatenporträts

«Ich habe gezeigt, was ich kann»

Ariane Gregor war Einwohnerrätin, dort Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission und zwei Jahre lang Einwohnerratspräsidentin. Toni Widmer

Ariane Gregor war Einwohnerrätin, dort Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission und zwei Jahre lang Einwohnerratspräsidentin. Toni Widmer

Kandidatin für den Gemeinderat: Ariane Gregor-Neff, CVP, 55, neu.

Sie kandidiert, aber wenns nicht klappt, bricht für sie keine Welt zusammen: «Wahltag ist Zahltag. Ich habe mich im Einwohnerrat über Jahre hinweg in der Wohler Politik engagiert, ich habe gezeigt, wer ich bin und was ich kann. Eine Wahl würde mich sehr freuen. Nicht, damit ich dann auf dem Sockel stehen könnte. Ich würde mich gerne in der Exekutive für die Bevölkerung von Wohlen einsetzen. Für alle Menschen, nicht nur für jene, die mich wählen.»

Zeit für eine Frau im Gemeinderat

Ariane Gregor kandidiert für die CVP, zusammen mit den zwei bisherigen Ruedi Donat und Paul Huwiler. Gut möglich, dass einer davon über die Klinge springen muss, wenn sie gewählt wird. Hat sie da keine Skrupel? «Nun, ich wollte vor 12 Jahren schon kandidieren und vor 8 Jahren auch. Damals hat man(n) gesagt, ich hätte noch kleine Kinder und/oder sei zu wenig erfahren. Jetzt ist die Zeit reif, zu kandidieren. Der CVP als Familienpartei steht es zumal gut an, eine Frau zu nominieren. Insbesondere auch, weil der Gemeinderat Wohlen seit Jahren ein reines Männergremium ist.»

Wie beurteilt Ariane Gregor die aktuelle politische Stimmung im Dorf? «Ich bin nach meiner Präsidialzeit vor knapp zwei Jahren aus dem Parlament zurückgetreten und deshalb nicht mehr direkt am Ball. Was ich aber höre, ist, dass man heute wieder mehr aufeinander zugeht.» Wohlen sorge wieder mehr für positive Schlagzeilen und das seit gut so.

Nicht so gut findet die Gemeinderatskandidatin den Steuerfuss: «Der ist immer noch jenseits. Das angestrebte Ziel, das kantonale Mittel, haben wir immer noch nicht erreicht.» Kennt sie das Rezept, wie das Ziel zu erreichen ist? «Nein», gibt Gregor zu, «ich weiss, dass es keine einfachen Rezepte dazu gibt. Es reicht nicht, den Rebberg zu überbauen. Wir müssen es schaffen, vermehrt gute Steuerzahler nach Wohlen zu holen.» Die Voraussetzungen dafür erachtet sie als gegeben: «Wir haben alles in Wohlen: Gute Schulen, gute Einkaufsmöglichkeiten, schöne Naherholungsgebiete, auch im Dorf selber, Sportanlagen, bald eine neue Eisbahn und eine sanierte Badi, ein attraktives Kultur- und Vereinsleben, eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr – eigentlich müsste es uns doch wunderbar gehen.»

Führung wird professioneller

Was Ariane Gregor für die Zukunft zuversichtlich stimmt, ist die neue Gemeindeordnung mit dem neuen Führungsmodell. «Es bricht eine neue Ära an. Mit einer Geschäftsleitung wird die Verwaltung professioneller. Das wird die Arbeit des Gemeinderates verändern. Er muss sich weniger um operative Details kümmern und hat mehr Zeit für Strategisches, für die Entwicklung von Wohlen.» Bisher, sagt die Gemeinderatskandidatin, lägen die Konzepte allerdings erst auf dem Papier vor: «Was jetzt kommt, ist die Umsetzung. Da hat der Gemeinderat noch viel Arbeit vor sich.»

Und was prophezeit sie zum Wahlausgang? «Ich denke, es wird eine neue Zusammensetzung im Gemeinderat geben. Das täte Wohlen gut. Ich weiss, ich lehne mich mit dieser Aussage zum Fenster hinaus. Aber ein Neuanfang mit neuem Führungskonzept und teilweise neuen Köpfen – das wäre doch ideal.»

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