Wohlen

«Ich bin überwältigt»: Kaya Inan ist schon zum zweiten Mal nominiert

«Ich möchte die Zuschauer auf eine Reise mitnehmen und zum Nachdenken anregen.» Kaya Inan (links)

«Ich möchte die Zuschauer auf eine Reise mitnehmen und zum Nachdenken anregen.» Kaya Inan (links)

Der Cutter Kaya Inan aus Wohlen ist mit dem Dokumentarfilm «Cahier africain» für den Schweizer Filmpreis in der Kategorie «Beste Montage» nominiert. Der Film, der Übergriffe auf zentralafrikanische Frauen thematisiert, soll zu Diskussionen anregen.

Auf Kurzvisite in Zürich kann sich Kaya Inan für ein Telefongespräch mit der az Zeit nehmen. Der Wohler wohnt in Stuttgart, arbeitet aber momentan in Berlin. Er hat alle Hände voll zu tun: Der Cutter, der 2016 für den Dokumentarfilm «Above and Below» den Schweizer Filmpreis für den besten Schnitt erhielt, bearbeitet den neuen Schweizer Kinofilm «Papa Moll».

Nun wurde er für seinen zweiten Schweizer Filmpreis in derselben Kategorie nominiert: für seine Arbeit am Dokumentarfilm «Cahier africain». Im Film geht es um ein real existierendes Heft, in dem mutige Zeugenaussagen von 300 zentralafrikanischen Frauen und Mädchen aufgelistet sind. Sie offenbarten, was ihnen im Oktober 2002 im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen von kongolesischen Söldnern angetan worden ist.

«Above And Below» – der Trailer zum Dokumentarfilm

«Above And Below» – der Trailer zum Dokumentarfilm

Für den Dokumentarfilm erhielt Kaya Inan 2016 den Schweizer Filmpreis für den besten Schnitt.

Wie fühlen Sie sich, nachdem Sie – erneut – für den Schweizer Filmpreis nominiert wurden?

Ich bin überwältigt und freue mich sehr, dass die Akademie meine Arbeit schätzt. Das motiviert mich, weiterzumachen. Es freut mich aber auch deshalb, weil Regisseurin Heidi Specogna über acht Jahre an dem Projekt gearbeitet hat.

Was war Ihr Ziel mit diesem Film? Haben Sie es erreicht?

Der Filmpreis war auf jeden Fall nicht das Ziel (lacht). Ich will ganz einfach das Beste aus dem Material herausholen und die Geschichte so erzählen, wie es die Regisseurin will. Ich möchte die Zuschauer auf eine Reise mitnehmen und zum Nachdenken anregen. «Cahier africain» ist ein harter Film mit einem wichtigen Thema, über das die Menschen aufgeklärt werden sollen. Und ja, bisher hat der Film auf Festivals für Diskussionen gesorgt. Ich bin gespannt, wie er in den Kinos ankommt.

Rechnen Sie sich dieses Jahr Chancen auf den Filmpreis aus?

Darüber mache ich mir wenig Gedanken. Es war für mich eine sehr unerwartete Nomination. Ich freue mich darüber, bin ansonsten aber entspannt.

Generell: Was möchten Sie mit Ihrem Schaffen aussagen?

Es ist meine Aufgabe, die Visionen der Regisseure und Autoren umzusetzen. Persönlich will ich mir aber die Freiheit bewahren, breit gefächert Sachen zu machen: Ein liebevoller Kinderfilm ist für mich genauso wertvoll wie beispielsweise eine politische Dokumentation. Mir ist ein respektvoller Umgang mit meiner Arbeit wichtig. Und so lange ich jeden Morgen gerne zur Arbeit gehe, kann ich auch gut, wie in den letzten paar Wochen, jeweils sechs Tage am Stück bis in die Nacht hinein arbeiten. Ich will mit meiner Arbeit etwas bei den Leuten auslösen und mit Stolz zurückblicken können.

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