Wohlen
«Ich bin jung und habe nichts zu verlieren»: 21-Jähriger eröffnet Tennisshop

Im Januar machte sich David Joller mit seinem Geschäft «GoSports» selbstständig.

Chantal Gisler
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Geschäftsinhaber und einziger Angestellter gleichzeitig: David Joller.

Geschäftsinhaber und einziger Angestellter gleichzeitig: David Joller.

Chantal Gisler

«Ich weiss, dass die Anfangszeit schwer wird, da sich mein Geschäft noch etablieren muss. Aber ich bin überzeugt, dass es klappen wird.» Wenn man David Joller über seinen Tennisshop sprechen hört, merkt man ihm seine jungen 21 Jahre kaum an. Wie ein Geschäftsmann mit jahrelanger Erfahrung legt er die Fakten auf den Tisch und erläutert seine Verkaufsstrategien. Doch er stellt auch eines klar: «Momentan möchte ich nicht hauptberuflich in dieses Geschäft einsteigen, ich sehe es mehr als Hobby.» Er wird weiterhin als Bauzeichner arbeiten.

Zu Beginn dieses Jahres eröffnete er im Industriegebiet Wohlens seinen Tennisshop «GoSports». An Wochentagen ist die Schreinerei seines Vaters im Gebäude, samstags wird es zu David Jollers Reich. Durch verschiebbare Wände entsteht der Tennisshop im hinteren Teil der Schreinerei. «Natürlich ist es etwas gewagt, nur samstags geöffnet zu haben», gibt der junge Geschäftsmann zu. «Aber man kann über die Website jederzeit ausserhalb der Öffnungszeiten einen Termin vereinbaren.»

Laden statt Onlineshop

Doch, wie kommt ein 21-Jähriger dazu, einen Shop zu eröffnen? Schliesslich ist das Sportgeschäft hart umkämpft, grosse Firmen verkaufen die Waren teilweise zu Spottpreisen. «Ich spielte schon lange mit diesem Gedanken. Ursprünglich sollte es ein Onlineshop werden», erklärt der Unternehmer. «Mein Vater sagte zum Spass, dass ich einen richtigen Laden eröffnen könnte.» Von seinem Konzept ist er überzeugt: «Ich bin jung und habe nichts zu verlieren. Ich wollte diese Gelegenheit nutzen und werde sehen, wohin sie mich führt.» Noch während seiner Lehre zum Bauzeichner entwickelte er einen ersten Businessplan. «Dadurch, dass ich keine Miete zahlen muss und den Laden alleine führe, kann ich meine Waren fast so günstig verkaufen wie grosse Unternehmen», erzählt er. «Ausserdem kann man die Schläger in meinem Shop testen und sofort einspannen lassen. Bei grösseren Firmen ist das nicht möglich.» Er versichert ausserdem, dass er ausschliesslich Produkte verkaufe, die er selbst getestet hat und von denen er überzeugt ist. Mittlerweile hat er über 50 Artikel im Angebot.
Zukunft noch ungewiss

Bevor er sich selbstständig gemacht hat, arbeitete er mit einem Sportgeschäft in Birrhard zusammen. «Ich spiele seit Jahren Tennis und bin im Niedermatten-Tennisklub als Tennislehrer tätig.» Er vermittelte die Ausrüstung des Birrharder Shops an die über 500 Mitglieder seines Tennisklubs. «Da knüpfte ich erste Kontakte mit dem grossen Sportartikelhersteller Head», erzählt Joller. «So konnte ich auch gute Beziehungen zu anderen Firmen herstellen, die mir ihre Waren liefern.»

Die Schliessung des Sportgeschäfts in Birrhard war für ihn ausschlaggebend: «Es gibt immer weniger kleine Läden, die sich auf etwas spezialisiert haben. Gerade in Wohlen kann man das beispielsweise am Schicksal der Blindalley sehr gut beobachten.» Diesem Trend möchte er mit seinem Shop entgegenwirken. «Vielleicht werde ich meinen Shop auch ausbauen, wer weiss.»

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