Solarschiffe basteln, durchs Sonnenteleskop gucken und bei einer Schatzsuche tolle Preise gewinnen: Das bietet die IBW Wohlen Kindern und Erwachsenen am Samstag, 13. Mai, von 10 bis 16 Uhr am Erlebnistag auf dem IBW-Gelände an der Steingasse. Der Erlebnistag sei Teil der Tage der Sonne 2017, teilt die IBW mit. Unter diesem Titel finden in der ganzen Schweiz verschiedene Veranstaltungen statt. Sie bieten der Bevölkerung Gelegenheit, mehr über die Nutzung der Sonne für Energiezwecke zu erfahren.

Es begann vor 25 Jahren

Vor 25 Jahren installierte die IBW auf dem Dach ihres Werkgebäudes die erste Kleinsonnenenergieanlage. An eine Stromproduktion im grossen Stil dachte man damals noch nicht. Die Leistung der ersten IBW-Photovoltaikanlage betrug gerade mal drei Kilowatt. Im Jahr produzierte sie durchschnittlich 2500 Kilowattstunden Strom, was etwa dem damaligen Verbrauch einer vierköpfigen Familie entsprach. Am Erlebnistag kann die Bevölkerung diese Anlage durch eine Lukarne im Dach des Werkgebäudes besichtigen.

Die Erfahrungen mit der neuen Energieproduktion waren ermutigend. Die IBW lotete 1997 bei ihren Kunden erstmals das Interesse aus, IBW-Solarstrom zu beziehen. Der Aufpreis betrug damals 1.40 Franken pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Heute beträgt der Aufpreis für eine Kilowattstunde IBW-Ökostrom nur noch 2,2 Rappen. Mittlerweile betreibt die IBW zwölf Photovoltaikanlagen mit einer Jahresproduktion von mehr als einer Million Kilowattstunden. Die grösste Anlage befindet sich auf dem Dach des Circus Monti mit 2567 Quadratmetern Fläche und einer Jahresproduktion von 394 000 Kilowattstunden.

«Auch Private erstellen ihre Anlagen, obwohl die Förderung zurückgeht», sagt Beat Koch, Bereichsleiter Energieförderung bei der IBW. Weitere öffentliche Solaranlagen sind laut Koch auf dem Schlössli und auf dem Alterswohnzentrum Bifang geplant.

Wie gross die Kraft der Sonne ist, zeigt sich am Erlebnistag, an dem die Lernenden der IBW engagiert sind. Die Teilnehmer können aus einem Bausatz einen Katamaran zusammenbauen, der mit Sonnenenergie über den kleinen Teich auf dem IBW-Betriebsgelände fährt – «wenn die Sonne scheint», bemerkt Koch. In einem Büro macht Koch einen Test: Er hält den Katamaran gegen eine Lampe – und siehe da: der Elektromotor springt sogar unter diesen Bedingungen an.

Eine Neuheit dürfte die Besucher am Erlebnistag sein, dass sie einmal durch ein Sonnenteleskop direkt in die Sonne schauen können. «Das Gerät ist sicher. Es ist mit Filtern ausgerüstet. Man kann es also beruhigt auf die Sonne einstellen. Die Kantonsschule Wohlen stellt uns das Teleskop zur Verfügung», teilt Koch mit. Höhepunkt des Erlebnistages ist eine Solar-Schatzsuche für Gross und Klein. Auf dem IBW-Areal und im Rote Huus, dem Elektrofachgeschäft der IBW werden Fragen rund um die Sonne gestellt. Als Hauptpreis winkt eine Übernachtung im Hotel Sonnenhalde in Arosa.

Solartechnik wird immer besser

Eine politische Werbeveranstaltung sei der Erlebnistag nicht, betont Koch. «Die Energiestrategie wird sich ohnehin durchsetzen und sich wandeln.» Die Solartechnik sei ausgereift, entwickle sich ständig weiter und werde immer erschwinglicher. «Bei einem Neubau macht die Solartechnik einen geringen Anteil an den Baukosten aus.» Am Erlebnistag wird ein Film gezeigt, der das Grundwissen über die Technik vermittelt. «Wohlen ist auf dem Weg zur Solar-City», ist Koch überzeugt. Vom Solar-Virus lässt sich auch die Bezirksschule anstecken. Denn am 8. Mai widmet die Schule den Projekttag ganz der Solartechnik.