Menschen bekleidet mit Regenpelerinen stehen schutzsuchend unter Schirmen, Hausvordächern oder Bäumen in den Strassen von Wohlen. Sie waren der Beweis, dass sich ein richtiger Jazzfan nicht von den Launen der Natur abhalten lässt.

Denn trotz des Wetters sind sie nicht zu Hause in der warmen Stube geblieben, sondern haben ihren Weg an die 6. ibw Jazz-Night gefunden.«Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung», so Daniel Moor aus Rottenschwil.Bereits zum zweiten Mal waren seine Frau Beatrice und er Besucher der Jazz-Night. «Das ist unsere Musik, unser Jahrgang. Ab jetzt kommen wir jedes Jahr», erzählten die beiden begeistert.

Auch Romano Menotti hat das Wetter nicht zu Hause in Hilfikon behalten. «Ich mag alten, rassigen Jazz», erzählte er, den Blick auf die Rössli-Bühne gerichtet, auf der die Wynavalley Oldtime Jazzband spielte. Er habe keine einzige Jazz-Night verpasst.

Regen war sogar gemütlich

Ein paar Strassen weiter haben sich unzählige Leute in der Gartenwirtschaft des «Marco Polo» versammelt. Ihre gute Laune motivierte die Musiker zusätzlich. «Wir spielen jetzt einfach so lange, bis dieser Regen aufhört», kündigten Johnny Fontane and The Rivals an und ernteten dafür begeisterten Applaus.

Bei ihren Nachbarn, dem «Rüeblilandkafi» und der «Kulturbeiz», sorgte das Wetter gar für eine gemütliche Stimmung. Das Konzert der Tropfen auf den Dächern in den Gartenwirtschaften passte perfekt zu den bunten Lichtern und kreierte mit den Klängen der Saxofone, Trompeten und Keyboards eine festliche Atmosphäre.

6. ibw Jazz-Night

6. ibw Jazz-Night

Wie bei der ersten ibw Jazz-Night wurde auch am Freitag die Kirche mit einbezogen. Passend zum 500-Jahr-Jubiläum der Pfarrei St. Leonhard erzählte Patricia Ott mit den Klängen der Orgel die Geschichte des heiligen Leonhard von Limoges. Andächtig lauschten die Zuschauer in den Kirchenbänken.

Während es gegen 22 Uhr draussen aussah, als würde die Welt untergehen, verwandelte sich das Restaurant Bären in eine gemütliche Feststube. Die Menschen wärmten sich mit einem Tee -Rum oder einem Kaffee auf und die United Old Stars sorgten dazu mit ihrer Musik für so gute Stimmung, dass keiner der Anwesenden stillsitzen konnte. Gemeinsam mit der Band johlten sie und klatschten im Takt.

So verflog auch bei den Musikern die Enttäuschung, dass sie nicht wie geplant in den Pausen der anderen Bands in den Strassen von Wohlen die Zuschauer mit ihrer Musik begeistern konnten. «Als Nächstes gehen wir in den ‹Sternen›», kündigen sie nach dem letzten Lied an. Ein Teil der guten Stimmung liessen sie in der Gaststube des «Bären», wo der Abend bei heissem Getränk und Dessert gemütlich zu Ende ging.