Bremgarten
Hunde im Auto fast verdursten lassen - ist 4200 Franken Busse genug?

Das Bezirksgericht Bremgarten verhängt bedingte Geldstrafe und Bussean einen Tierhalter, der seine beiden Hund bei 40 Grad im Auto fast verdursten liess. Der Hundehalter ist kein unbeschriebenes Blatt - und muss nun 4200 Franken zahlen.

Jörg Baumann
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Es passiert jedes Jahr mehrmals: Pflichtvergessene Autohalter sperren ihren Hund im Auto ein und lassen diesen allein. Das ist strafbar und kann im Sommer böse enden, wenn der Hund fast verdurstet. Das ist strafbar. Pro Jahr registriert der Schweizerische Tierschutz landesweit bis zu 30 Tierhalter, die wegen dieses Verstosses verurteilt werden.

Hunde mussten Durst leiden

Seiner Strafe entgeht auch jener Autofahrer nicht, der im Juni bei hochsommerlicher Hitze sein Auto am Obertorplatz in Bremgarten abstellte und darin seine zwei australische Schäferhunde im Stich liess. Die Seitenscheibe auf der Fahrerseite war nur schwach geöffnet. Im Auto herrschte eine Gluthitze – 40 Grad, wie die Polizei feststellte. Die Hunde hatten nichts zu trinken. Der Wassernapf war leer. Zudem liess der Lenker den Zündungsschlüssel im Auto stecken. Auch das ist verboten.

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten verurteilte den Autolenker zu einer bedingten Geldstrafe von 3600 Franken und einer Busse von 600 Franken. Der Beschuldigte focht den Strafbefehl an, womit das Bezirksgericht Bremgarten automatisch annahm, dass dieser seinen Fall vom Gericht beurteilen lassen wollte.

Beschuldigter erschien nicht

Aber gestern liess der Autolenker den angesetzten Gerichtstermin platzen. Einen zweiten Termin gebe es nicht, teilte Gerichtspräsident Peter Turnherr auf Anfrage mit. Der ausgestellte Strafbefehl werde nun vollzogen. Der Lenker ist auf dem Gebiet der Misshandlung von Tieren kein unbeschriebenes Blatt. Deshalb wurde er per Strafbefehl verwarnt, und die Probezeit wurde von zwei auf drei Jahre verlängert.

Polizei nimmt Vorfälle ernst

«Wenn wir eine Meldung erhalten, dass im geschlossenen Auto ein Hund sitzt und sich der Meister entfernt hat, rücken wir aus», versichert Marco Veil, Chef der Regionalpolizei Wohlen. «Aber solche Fälle tauchen in unserer Statistik nicht häufig auf.» Die Regionalpolizei bemühe sich jeweils darum, innert nützlicher Frist den Autolenker aufzufinden.

Wenn das nicht gelinge und das Tier Anzeichen von gesundheitlichen Schwierigkeiten zeige, schlage die Polizei ein Seitenfenster ein, um das Tier zu befreien. «Aber ich rate Passanten in solchen Fällen dringend ab, die Fensterscheibe selber eindrücken zu wollen. Das ist einzig Aufgabe der Polizei», betont Marco Veil.