Handball

Humorlose Schaffhauser lassen in Wohlen nichts anbrennen

Für die 1.-Ligisten von Handball Wohlen endet das Cupabenteuer erwartungsgemäss im Achtelfinal gegen das NLA-Spitzenteam Kadetten Schaffhausen. Die Wohler verlieren das Spiel mit 21:39 – zufrieden war man im Wohler Lager trotzdem.

Fast exakt zwei Jahre sind vergangen, seit die Schaffhauser ihren Mannschaftsbus zum letzten Mal vor der Hofmattenhalle in Wohlen parkiert hatten. Damals war das Aufeinandertreffen der beiden Teams zu einem richtigen Handballfest geworden, in dem sich der krasse Aussenseiter aus dem Freiamt beachtlich aus der Affäre gezogen hatte. 23:39 lautete das Schlussverdikt damals. 

Für die Neuauflage des Duells mit dem aktuellen Tabellenführer der Nationalliga A hatten sich die Wohler viel vorgenommen. Nach dem Exploit in der letzte Cuprunde gegen den NLB-Vertreter aus Solothurn wollte man mehr Treffer erzielen und weniger erhalten als beim letzten Spiel gegen die Schaffhauser. Auf die Unterstützung von den Rängen konnten die Wohler auf jeden Fall zählen, denn die Hofmattenhalle war mit rund 400 Zuschauern gut gefüllt.

Viel Zug aufs Tor

Im Vorfeld hatten die Wohler die Werbetrommel für das «Spiel des Jahres» kräftig gerührt. Unter anderem waren auf der Facebookseite des Vereins Videobotschaften des früheren Wohlen-Akteurs Luca Spengler, der heute beim NLA-Team HC Kriens-Luzern spielt, und von Pascal Jenny, der zu Aktivzeiten für Wohlen und die Kadetten gespielt hatte und mittlerweile Tourismusdirektor von Arosa ist, zu finden. 

Es war also alles bereit für ein weiteres Handballfest. Doch die Gäste aus Schaffhausen liessen von Beginn an keine Zweifel aufkommen, dass sie an diesem Abend gar nichts abrennen lassen wollten. Sie suchten den direkten Weg zum Tor und spielten auch in der Defensive sehr konzentriert. Phasenweise schien es so, als würden die Ostschweizer die letzten Wohler Pässe in den freien Raum förmlich riechen. Nur selten konnten die Gastgeber daher im Angriff reüssieren. Neun Treffer erzielten sie in den ersten 30 Minuten. 

Starker Torhüter Sascha Rudi

Dass die Schaffhauser trotzdem «nur» mit 18:9 führten, hatten die Hausherren ihrem Torhüter Sascha Rudi zu verdanken. «The Craken» - so der Spitzname des Wohler Schlussmannes – stellte seine Qualitäten immer wieder unter Beweis. Nicht weniger als acht Paraden zeigte er allein in der ersten Hälfte, mehrere davon mirakulös im Eins gegen Eins. «In diesen Situationen gehst du einfach voll in die Ecke. Das hat super geklappt, ich war selber etwas überrascht. Aber es ist natürlich auch genial, vor so vielen Zuschauern gegen solche Hochkaräter zu spielen», so Rudi.  

Das Spiel war zur Halbzeit natürlich bereits entschieden. Trotzdem gingen die Schaffhauser nicht vom Gas. Im Gegenteil. Die Ostschweizer zeigten sich zu Beginn der zweiten Spielhälfte ziemlich humorlos und bauten ihren Vorsprung weiter aus. Es dauerte fast neun Minuten, ehe die Wohler nach dem Seitenwechsel erstmals reüssierten. Torschütze war Simon Eser, der das letzte Cupspiel gegen die Kadetten noch von der Tribüne aus verfolgen musste, weil er in den Wochen davor wegen eines Sprachaufenthalts im Ausland gewesen war. 

Nach 60 Minuten lautete das Schlussresultat 21:39 aus Wohler Sicht. Ein Resultat «mit dem wir gut leben können», wie Clubpräsident Martin Laubacher nach dem Spiel meinte. Auch Trainer Daniel Lehmann zog ein positives Fazit. «Wir haben ein gutes Spiel gezeigt. Leider hatten wir wieder etwas zu viele technische Fehler drin, sonst wären noch ein paar Treffer mehr drin gelegen, aber gemessen an unserer aktuellen Verfassung bin ich insbesondere mit der Leistung in der Defensive sehr zufrieden.»

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