Der Name Hugo Müller ist untrennbar mit der Geschichtsforschung, mit dem Verständnis für die Vergangenheit im Klosterdorf und schliesslich mit der Kultur von Muri und dem Freiamt verbunden. Er hat unzählige Beiträge zur Geschichte von Muri und dem Freiamt geschrieben.

Auch der Band 2 «Muri in den Freien Ämtern», im Verlag Sauerländer 1989 erschienen, stammt aus seiner Feder. Der Lokalhistoriker und ehemalige Rektor der Bezirksschule Muri starb am 14. März nach einem reichen und erfüllten Leben. Er konnte bis ins hohe Alter mit seinem wachen Geist das aktuelle Geschehen verfolgen und ein anregender Gesprächspartner sein.

Beiträge in der Dorfchronik

Hugo Müller, 1919 in Bremgarten geboren, begann seine Gymnasialstudien 1930 im Kloster Schäftlarn bei München, wo ein Grossonkel Benediktiner war und als Forstingenieur die Waldungen der Abtei pflegte. 1933 kehrte Müller in die Schweiz zurück und machte 1938 die Matura Typ A am Kollegium Schwyz.

An der Universität Zürich studierte er Deutsch, Geschichte und Geografie und erwarb 1942 das aargauische Bezirkslehrerpatent. Es folgten weitere Studien in Französisch und Italienisch an den Universitäten Genf, Lausanne und Perugia. 1944 bis 1983 war er Hauptlehrer an der Bezirksschule Muri, 1962 bis 1974 deren Rektor. Jahrzehnte war er ausserdem als profunder Lokalhistoriker von Muri und dem Freiamt tätig.

Er publizierte zahlreiche historische Beiträge in der «Dorfchronik von Muri» und in «Unsere Heimat», der Jahresschrift der Historischen Gesellschaft Freiamt, deren Präsident er 1973 bis 1979 war.

Erst 2013, bald 94-jährig, legte er seine Feder endgültig beiseite. Die Historische Gesellschaft Freiamt publiziert sein letztes Manuskript in der Jahresschrift «Unsere Heimat». Müller beleuchtete in seinem Beitrag, wie die Gemeinde Muri in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Rennen um den Neubau der Kranken- und Irrenanstalt Königsfelden an die Kantonshauptstadt Aarau verlor.

Kulturell engagiert

Der vielseitig interessierte Müller engagierte sich auch in kulturellen Belangen. Er war Präsident des Verkehrsvereins Muri, Klosterführer, Gründungsmitglied und langjähriger Aktuar der Kulturstiftung St. Martin, heute Stiftung Murikultur. Für sein ausserordentliches Engagement wurde ihm das Ehrenbürgerrecht von Muri verliehen. «Hugo Müller hat in seinen verschiedenen Funktionen Muri und dem Freiamt zahlreiche nachhaltige Impulse geschenkt», fassen Stiftungsrat und Geschäftsleitung Murikultur sein Lebenswerk zusammen.

Der Trauergottesdienst mit anschliessender Urnenbeisetzung ist am Dienstag, 25. März, 9.30 Uhr, in der Pfarrkirche Muri.