Freiamt
Hudelwetter hin oder her: Frühling ist jetzt schon überall

Nicht nur wegen des meteorologischen Frühlingsanfangs kommen Frühlingsgefühle auf. Das spüren auch verschiedene Geschäfte im Freiamt.

Eddy Schambron
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Inmitten frühlingshafter Blütenpracht: Miriam Wanninger, Muri, weiss, dass die Leute vom Winter genug haben und sich Farbe in Haus und Garten holen wollen.

Inmitten frühlingshafter Blütenpracht: Miriam Wanninger, Muri, weiss, dass die Leute vom Winter genug haben und sich Farbe in Haus und Garten holen wollen.

Eddy Schambron

Draussen mag es regnen oder sogar noch schneien und kalt sein. Der Frühling ist trotzdem da. Man findet ihn beispielsweise bei Miriam Wanninger vom gleichnamigen Blumengeschäft in Muri: «Ja», lacht die Inhaberin, «bei uns ist der Frühling definitiv angekommen.»

Bei den Schnittblumen sind es beispielsweise Tulpen oder Anemonen, die mit ihren Farben um die Wette leuchten, bei den Topfpflanzen fesseln die Vielfarbigkeit der Primeln oder das satte Gelb der Narzissen. «Man merkt es den Leuten an, dass die genug vom Winter haben», sagt Wanninger.

Sie kaufen bereits Pflanzen, um ihren Garten zu verschönern. «Ein bisschen aufpassen muss man schon noch, tiefe Temperaturen sind noch nicht ausgeschlossen.» Besonders gefragt sind gegenwärtig die Primeln. Ideal für Garten- und Blumengeschäfte seien schöne Frühlingswettertage.

«Wenn man dann im Garten sitzt, sieht man, wo man noch etwas setzen könnte, wo ein Farbtupfer guttun würde.» Für ihr Garten- und Blumengeschäft ist der Frühling die Anfahrzeit für eine hoffentlich gute Saison: «Unser Hauptsaison ist jedoch der Sommer, vor allem auch in der Gärtnerei.» Udo und Miriam Wanninger führen neben ihrem Blumenfachgeschäft auch ein Gartencenter.

Schönes Wetter mobilisiert

Auch beim Motorradhändler Christoph Joho in Bremgarten kommen Frühlingsgefühle auf, jedenfalls für Motorradfahrer. Seine Branche ist stark auf den Frühling ausgerichtet. «Die Swiss Moto in Zürich, die Motorradmesse der Schweiz, ist jeweils so etwas wie der Startschuss in die neue Saison.»

Während die Wintermonate von Service- und Reparaturarbeiten sowie individuellen Umbauten geprägt sind, stehen jetzt Beratungen von Kundinnen und Kunden an. «Im Frühling juckt es sie, sich einen neuen Töff zu kaufen und an Ostern mit ihm auszufahren», weiss der Honda-Händler.

Christoph Joho, Bremgarten: Dank Euro-Bonus so tiefe Preise wie noch nie.

Christoph Joho, Bremgarten: Dank Euro-Bonus so tiefe Preise wie noch nie.

Eddy Schambron

Entsprechend organisiert er wie andere Motorradhändler auch, eine Ausstellung auf den 21./22. März und richtet seinen Laden auf die neue Saison ein. Die Situation für die Käuferinnen und Käufer sei so gut wie wohl noch nie: «Mit dem Euro-Bonus gibt es heute einen neuen Töff zu einem Preis, der vor einiger Zeit noch eine gute Occasion gekostet hat.»

Glücklicherweise für seine Branche steigt das Interesse bei den Jungen am motorisierten Zweirad wieder. «Und auch immer mehr bei Frauen», freut sich Joho.

Weniger von der Jahreszeit abhängig ist die Gastronomie, nicht zuletzt deshalb, weil sie sich jeder Jahreszeit anpasst. «Wenn es heiss ist im Sommer, werden mehr leichte Gerichte und Salate verlangt, während im Winter gerne währschaftere Menüs gewählt werden», sagt Osy Fischlin vom Hotel-Restaurant Engel in Muri.

Dass der Frühling das Konsumverhalten der Menschen im Restaurant verändert, kann er nicht feststellen. «Natürlich ist im Frühling der Spargel das erste Gemüse, das wieder etwas Abwechslung auf den Teller bringt. Das wird dann gerne auch bestellt», weiss er. «Wir berücksichtigen in der Küche jedoch immer saisonale Produkte.»

Die Frühlingsboten sind auf jeden Fall nicht zu übersehen: Schneeglöckchen im eigenen Garten, Prospekte der Versandhändler mit Fotos aus der wärmeren Jahreszeit, Primeln und andere Frühlingsgewächse vor den Toren der Grossverteiler. Die Autoverkäufer preisen die neuesten Modelle an, die Kleiderhändler haben die Winterkleider an den Ständern gegen luftige Kleidungsstücke in munteren Farben ausgetauscht.

Hunn Gartenmöbel aus Bremgarten schreibt, dass man wieder «im Garten zu Hause» ist, und alle breiten das frische Grün der Osterdekoration aus. Nur wer in den eigenen vier Wänden bleibt, merkt nicht, dass es Frühling ist – Wetter hin oder her.