Ein Wunder, haben sie den schweren Autounfall überlebt: Jonas und Olivia (Namen geändert), ein Pärchen in den Fünfzigern, wurde in seinem sportlichen Oldtimer von einem aus der Gegenrichtung kommenden Kleinwagen seitlich-frontal gerammt. Alle drei Unfallbeteiligten wurden dabei schwer verletzt. Der Horror-Crash ereignete sich am Morgen des 19. August 2017 auf der Zürcherstrasse in Aristau.

Die 43-jährige Miroslawa (Name geändert) fuhr in Richtung Ottenbach hinter einem Personenwagen her, dessen Lenkerin ausserorts nach links abzubiegen beabsichtigte und dies mit dem Setzen des Blinkers rechtzeitig anzeigte. Sie musste ihr Auto bis zum Stillstand abbremsen, weil aus der Gegenrichtung ein Fahrzeug nahte. Miroslawa gewahrte dies nicht, sie reagierte viel zu spät und wich auf die Gegenfahrbahn aus, um eine Kollision mit dem abbiegenden Wagen zu verhindern. Dort stiess sie dann mit dem korrekt entgegenkommenden Fahrzeug von Jonas und Olivia zusammen.

«Es tut mir sehr leid, was geschehen ist. Ich kann mir nicht erklären, weshalb ich das Bremsmanöver des Autos vor mir nicht bemerkt habe», gab die Unfallverursacherin vor dem Bezirksgericht Muri zu Protokoll.

Schwerer Unfall in Aristau

Schwerer Unfall in Aristau: So berichtete TeleM1 an jenem 19. August 2017

   

Nachwirkungen bis heute

Gerichtspräsidentin Simone Baumgartner befragte alle Unfallbeteiligten, wie sie das Geschehen damals erlebt hätten. Dabei kam auch das Befinden der Verunfallten zur Sprache. «Beim Aufprall ist es mir schwarz vor Augen geworden und ich habe nur noch Sterne gesehen», erzählte Jonas, der nach dem Unfall mehrere Wochen im Spital und in der Rehaklinik zubrachte, dem es, nach eigenen Angaben, körperlich noch immer nicht gut gehe und der sich nach wie vor in medizinischer Behandlung befindet.

Die Liste seiner Verletzungen ist lang und reicht von zertrümmerten Knien, diversen Frakturen und Muskelabriss bis zum Sehnenausriss. Auch seine Partnerin zog sich beim Aufprall schwere Verletzungen zu, die immer noch nicht ausgeheilt sind: «Ich erlitt eine Milzruptur, mehrere Rippenbrüche, ein Meniskusriss, eine Distorsion und verschiedene Frakturen. Meine ganze linke Seite ist seit dem Unfall deutlich eingeschränkt.»

Auch Miroslawa zog sich beim Crash schwere Verletzungen zu. Sie lag drei Monate im Spital und kann wegen starker körperlicher Beschwerden nicht mehr arbeiten. Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten klagte Miroslawa unter anderem an wegen Nichtbeherrschen des Fahrzeugs infolge mangelnder Aufmerksamkeit, Überholen mit Behinderung des Gegenverkehrs und Vornahme einer Verrichtung, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwerte.

Beantragt ist eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 100 Franken und eine Busse von 2500 Franken. Die Auslagen der Justiz im Betrag von 6600 Franken soll sie ebenfalls bezahlen. Das Urteil wird den Parteien schriftlich zugestellt.