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Hometrainer per Mausklick: Boswiler Jungunternehmer vermieten mit ihrer Firma Fitnessgeräte

Stefan Stöckli (links) und Silvio Stöckli können sich freuen: Ihr Angebot stösst auf rege Nachfrage.

Stefan Stöckli (links) und Silvio Stöckli können sich freuen: Ihr Angebot stösst auf rege Nachfrage.

Egal ob Rudergerät, Laufband oder Hanteln: Mit ihrer Firma RNTL vermieten drei Boswiler Jungunternehmer verschiedene Fitnessgeräte. Die Nachfrage wächst in Zeiten von Corona und Homeoffice von Woche zu Woche.

Fit werden oder bleiben ist jetzt ganz einfach: Man wählt das gewünschte Fitnessgerät aus und klickt den Bestellbutton. Wenige Tage später wird das gewünschte Gerät nach Hause geliefert und man kann mit dem Training loslegen. «Genau so einfach wie eine Pizzabestellung», kommentiert Stefan Stöckli mit breitem Lachen.

Er war es, der im Frühling dieses Jahres die Idee hatte. Der 40-Jährige ist Softwareentwickler und hat mit seinem Geschäftspartner Patrick Som eine Firma. «Meine Eltern führten in Boswil das Sportgeschäft Stöckli Sport. Das Business ist mir also nicht fremd», erzählt er. Doch selber einsteigen wollte er nicht. Stattdessen übernahm Cousin Silvio Stöckli die Geschicke. Stefan Stöckli steht ihm beratend zur Seite und übernimmt alle IT-Aufgaben. So war es naheliegend, dass er die Idee seinem Cousin unterbreitete.

Die Nachfrage steigt von Woche zu Woche

Sowohl sein Cousin als auch Geschäftspartner Patrick Som waren von Beginn weg begeistert von der Idee und stimmten der Gründung des Jungunternehmens RNTL sofort zu. «Das ist die verkürzte Form des englischen Begriffs ‹rental›, also ‹Miete›. Leider verstehen das nicht alle», kommentiert Stefan Stöckli lachend. Was das Unternehmen aber anbietet, das verstand die Kundschaft auf Anhieb. «Wir haben bisher keine Werbung gemacht. Das Angebot hat sich herumgesprochen und die Nachfrage steigt von Woche zu Woche», ergänzt Silvio Stöckli.

So funktioniert RNTL:

Hometrainer per Mausklick: Boswiler Jungunternehmer vermieten Fitnessgeräte

(Quelle: Zur Verfügung gestellt)

Noch stehen die Rudergeräte, Spinningvelos, Laufbänder, Ergometer und Hanteln im Ausstellungsraum des Sportgeschäftes in Boswil und verstellen die Verkaufsfläche. «Wir müssen möglichst bald einen Lagerraum dafür finden», kommentiert der Stöckli-Sport-Chef. Mit ihrem Angebot haben die drei Jungunternehmer einen Treffer ins Schwarze gelandet.

Homeoffice und Kälte befeuern die Nachfrage

«Wir haben viele Kunden, die im Homeoffice arbeiten und sich mehr bewegen wollen», erzählt Stefan Stöckli. Während des Lockdowns im Frühling sei das noch nicht so sehr ein Thema gewesen, das Wetter lockte die Menschen nach draussen. Jetzt aber, wenn die Temperaturen sinken, zieht es die Menschen nach drinnen. Hinzu kommen die aktuellen Coronamassnahmen, welche das Training im Fitnesscenter nicht eben erleichtern. Die Anzahl der Sportler ist limitiert und bei einigen Sportarten müssen während des Trainings sogar Masken getragen werden. «Davon profitieren wir», kommentiert Silvio Stöckli.

Die Mindestlaufzeit für die Gerätemiete beträgt einen Monat. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kunden die Geräte während einiger Monate behalten», so Silvio Stöckli. Das wiederum stellt die Jungunternehmer vor neue Herausforderungen: Um der Nachfrage gerecht zu werden, müssen sie ständig in neue Geräte investieren.

Ein E-Bike kaufen oder erst einen Monat lang austesten

Denn, wem das Gerät passt, der kann es kaufen, die Mietraten werden angerechnet. Von diesem Angebot hätten schon einige Gebrauch gemacht, erzählen sie. Nebst den Fitnessgeräten kann man bei RNTL auch E-Bikes ausleihen. Damit reagierten sie auf die grosse Nachfrage nach E-Bikes während der Frühlingsmonate, die den Velohändlern Rekordumsätze bescherten.

«Bei uns kann man erst ausprobieren, ob man mit dem Velo überhaupt zurechtkommt», präzisiert Silvio Stöckli. Das Angebot stiess auf grosses Echo und die Velos waren wochenlang ausgebucht. Die Ideen gehen den Jungunternehmern nicht aus. Nächsten Sommer werden sie ihre Kundschaft mit weiteren Mietgeräten erfreuen. «Ich träume von einer Campingbox, die mit allem bestückt ist, was man zum Zelten braucht», erzählt Stefan Stöckli voller Begeisterung.

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