Mit 20 von 20 möglichen Punkten hat Mirjam Wietlisbach die Goldmedaille für ihren Süssmost erhalten. Und das bereits zum zweiten Mal, denn schon letztes Jahr hat ihr Saft Gold geholt. Davor – in ihrem ersten Jahr als Süssmosterin – war es Bronze.

80% Hochstammobst

Ihr Erfolgsgeheimnis verrät sie gern: «Das Allerwichtigste ist es, sauber zu arbeiten und sauberes, gesundes Obst zu verwenden.» Sie selber vermostet verschiedene Apfelsorten von den eigenen Apfelbäumen. «Die Zusammensetzung ist immer unterschiedlich, denn die schönen Äpfel verkaufen wir direkt in unserem Hofladen als Tafeläpfel. Nur jene, die ein paar Dellen haben und darum nicht so schön aussehen, werden vermostet», erklärt die ehemalige Biologie-Studentin und seit 9 Tagen Mutter dreier Kinder. Rund 80 Prozent der verwendeten Äpfel stammen von Hochstammbäumen, sagt sie weiter. «Diese werden nicht behandelt und werden deshalb häufig nicht so schön.»

So schmecke der Saft jedes Jahr ein bisschen anders. «Das hängt auch mit dem Wetter und dem Zuckergehalt der Früchte zusammen. Darum ist es uns wichtig, dass wir nur reife Äpfel verwenden.» Um kein unreifes Obst darunter zu haben, mostet die Familie Wietlisbach jährlich etwa viermal.

Sofort pasteurisieren

Weiter sei es wichtig, dass der Most gleich nach dem Pressen pasteurisiert werde. «So bleibt das Aroma erhalten.» Dazu trage auch bei, dass sie den Saft naturtrüb lasse und ihn nicht behandle. «Wir mosten nicht selber, sondern geben unser Obst nach Hägglingen. Danach pasteurisieren wir ihn aber bei uns auf dem Hof», sagt Wietlisbach. «Dazu verwenden wir einen älteren Elektrodenapparat. Heute werden hauptsächlich Durchlauferhitzer verwendet, aber für die 2500 bis 3000 Liter, die wir jährlich pasteurisieren, reicht unsere Maschine gut.»

«Dachten schon, dass er gut ist»

Besonders ihr Schwiegervater helfe ihr beim Mosten. Er sei dafür verantwortlich gewesen, bevor seine Schwiegertochter 2008 den Süssmosterkurs absolviert habe. «Wir wussten schon vorher, dass es einen Wettbewerb gibt. Aber nach meinem Kurs wollte ich wissen, wie unser Most im Vergleich zu anderen abschneidet», erinnert sich Wietlisbach. «Wir dachten schon, dass er gut ist, aber dass wir auf Anhieb Bronze und dann zweimal Gold gewinnen würden, haben wir nicht erwartet», freut sie sich. Es sei für sie eine Anerkennung. «Wir haben uns riesig gefreut.»

Mit 19 von 20 Punkten erhielt auch Othmar Strebel aus Muri eine Goldmedaille des Verbandes Aargauer Obstveredler für seinen Süssmost.