Zwischen 10 und 12 m Wasser vermag das Gerinne des Boswiler Wissenbachs im Oberdorf zu schlucken. Bei einem 100-jährlichen Hochwasser viel zu wenig, wie sich in der Vergangenheit mehrmals gezeigt hat. Letztmals im Juni 2007 ist das normalerweise kleine Gewässer nach starken Niederschlägen über die Ufer getreten und hat grosse Schäden angerichtet.

Das soll künftig nicht mehr passieren. Ende Monat wird mit der Umsetzung eines Hochwasserschutzprojektes begonnen, mit dem die Abflusskapazität des Wissenbachs auf 22 m/s steigen wird. Laut Silvio Moser, Projektleiter Wasserbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt, sollte das für ein 100-jährliches Hochwasser genügen.

Investitionen von 5 Mio. Franken

Ausgebaut wird der Wissenbach primär am Oberlauf, vom Zusammenschluss mit dem Forstbach bis hinunter zur Zentralstrasse. Im Unterdorf sind lediglich ein paar ergänzende Massnahmen geplant.

Weil entlang der Oberdorfstrasse der Platz eng ist und das Bachbett nicht überall verbreitert werden kann, werden die Bachsohle abgesenkt, die vorhandenen Abstürze entfernt sowie mehrere Brücken ersetzt oder angehoben. Daneben werden auch der Geschiebesammler im Bereich der Mühle vergrössert sowie der Bach und seine Umgebung insgesamt naturnaher gestaltet.

Das ganze Massnahmenpaket zum Hochwasserschutz ist auf knapp 5 Mio. Franken veranschlagt. Davon übernehmen der Bund 35 % und der Kanton Aargau 39 %. Der Gemeinde Boswil verbleiben Kosten von knapp 1,3 Mio. Franken, der entsprechende Kredit ist bereits im November 2013 von der Gemeindeversammlung bewilligt worden.

Bei der Realisierung des Hochwasserschutzes muss der beauftragte Unternehmer mit sehr engen Platzverhältnissen leben. «In einer ersten Phase wird im Abschnitt von der Zentralstrasse bis zum Kirchweg gebaut.

Die Oberdorfstrasse wird in dieser Zeit lediglich einspurig befahrbar sein. Der Durchgangsverkehr wird mittels Lichtsignalanlage geregelt, wenn nötig setzen wir zu den Stosszeiten Verkehrsposten ein», erklärte Projektleiter Silvio Moser an einer Information für Anwohner und weitere Interessierte vor Ort.

Die spezielle Situation werde man mit den Anstössern in den nächsten Tagen noch individuell anschauen. Wo immer möglich sollten die Zufahrten zu den einzelnen Liegenschaften während der Bauzeit gewährleistet sein, mit gewissen Einschränkungen sei jedoch zu rechnen, sagte Moser.

Auch auf den Schulweg soll Rücksicht genommen werden, allenfalls seien Provisorien für die Bachübergänge nötig. Baustart ist Ende September, geplant ist eine Bauzeit von anderthalb bis maximal zwei Jahren.