Wohlen
Hochwasserschutz: Bünz-Ufer ist vorübergehend nackt

In den nächsten zwei Jahren wird zwischen Wohlen und Waltenschwil ein Hochwasser-Rückhaltebecken gebaut. Dafür mussten in den letzten Wochen zahlreiche Bäume gerodet werden.

Toni Widmer
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Am Bünzufer zwischen Wohlen und Waltenschwil sind am geplanten Standort des Rückhaltebeckens zahlreiche Bäume abgeholzt worden.

Am Bünzufer zwischen Wohlen und Waltenschwil sind am geplanten Standort des Rückhaltebeckens zahlreiche Bäume abgeholzt worden.

Toni Widmer

Mit dem (angekündigten) Frühlingswetter wird sich am Wochenende wohl auch der schöne Spazier- und Veloweg zwischen Wohlen und Waltenschwil wieder so richtig beleben. Viele Leute werden jedoch erst einmal den Kopf schütteln und sich fragen, weshalb am Bünzufer so viele Bäume verschwunden sind.

Die Erklärung ist einfach: Dort, wo das Personal des Forstbetriebes Wagenrain in den letzten Wochen Bäume gefällt hat, wird in den nächsten zwei Jahren ein grosses Hochwasserrückhaltebecken entstehen.

Laut Projektleiter Silvio Moser von der Abteilung Landschaft und Gewässer im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) werden noch ein paar Bäume mehr daran glauben müssen: «Die Rodungen sind Vorarbeiten für den Baubeginn des Hochwasserschutzprojektes. Wir hoffen, Ende Mai/Anfang Juni starten zu können.»

25 Mio. Franken Investitionen

Das geplante Rückhaltebecken soll bei starken Unwettern 600'000 Kubikmeter Wasser zurückhalten und damit das Siedlungsgebiet bünzabwärts vor Überschwemmungen schützen. Das ist auch nötig, wie mehrere Hochwasser in der Vergangenheit belegen. Das Schadenpotenzial bei einem 100-jährlichen Hochwasser liegt statistisch bei 30 Mio. Franken.

Gebaut werden jetzt ein rund 200 Meter langer Querdamm vom Rössligut zur Bünz sowie ein gegen 800 Meter langer Längsdamm zwischen Wohlen und Waltenschwil. Nötig ist auch ein Durchlassbauwerk, welches den Wasserfluss regelt. Laut dem Projektleiter müssen für die Dämme rund 35'000 Kubikmeter Erde bewegt werden.

Ein Teil des Materials für den Damm muss zugeführt werden. Der Rest wird vor Ort umgeschichtet. «Einiges an Rohstoff für den Bau der Dämme gewinnen wir auch mit der Renaturierung der Bünz, die wir gleichzeitig vornehmen», erklärte Moser. Das starre Bett des Flüsschens wird ausgeweitet und der Bünz Platz zum mäandrieren gegeben.

Das gesamte Hochwasserschutzprojekt ist mit Realisierungskosten von 25 Mio. Franken veranschlagt. Davon übernehmen die betroffenen Gemeinden an der Bünz 8 Mio. Franken (Wohlen allein zahlt 5,6 Mio. Franken), den Rest teilen sich Bund und Kanton. Projektleiter Moser rechnet mit einer Bauzeit von rund 2 Jahren für Hochwasserschutz und Renaturierung.