Niederwil-Obfelden
Hochspannungs-Leitung: Gegner künden schon wieder Widerstand an

Der Ausbau der Starkstromleitung Niederwil-Obfelden bleibt auch beim zweiten Anlauf umstritten. Dabei hatte die Swissgrid erst 2012 mit der Planung von vorne begonnen.

Toni Widmer
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Zwischen den Unterwerken Niederwil und Obfelden soll eine 17 Kilometer lange 220-kV-Leitung entstehen. (Symbolbild)

Zwischen den Unterwerken Niederwil und Obfelden soll eine 17 Kilometer lange 220-kV-Leitung entstehen. (Symbolbild)

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Dem Projekt für den Ausbau oder Neubau der 17 Kilometer langen 220-kV-Leitung zwischen den Unterwerken Niederwil und Obfelden dürfte auch im zweiten Anlauf heftige Opposition erwachsen. So das Fazit einer Informationsveranstaltung im Zeughaussaal in Bremgarten.

An den Reaktionen der anwesenden gemessen, ist der Widerstand kaum kleiner geworden, nachdem Swissgrid nach jahrelanger Planung 2012 noch einmal von vorne begonnen hat. Im Gegenteil: Von der Gegnerschaft aus dem Reusstal ist schon im frühen Planungsstadium mehr oder weniger offen kommuniziert worden, dass man diese Leitung – beziehungsweise deren Ausbau von 220 auf 380 kV – nicht will. Oder wenn doch, dann höchstenfalls im Boden verlegt.

Planungsgebiet ausgeschieden

Im aktuellen Planungsstadium geht es aber noch nicht um Masten oder Kabel, sondern um die Ausscheidung eines Planungsgebietes. Eine vom Bundesrat eingesetzte Begleitgruppe hat sieben Teilräume zwischen Niederwil und Obfelden auf ihre Eignung für eine vertiefte Planung des Projekts geprüft (az vom 27. Januar). Sie empfiehlt dem Bundesamt für Energie, dieses Planungsgebiet im Reusstal festzulegen, in jenem Bereich, durch den schon die heutige 220-kV-Leitung führt.

Deren Ersatz erfordert nicht nur eine Anpassung des Sachplans Übertragungsleitungen (SÜL) des Bundes, sondern parallel dazu auch entsprechende Änderungen im Kantonalen Richtplan. Deshalb gibt es ein Mitwirkungsverfahren. Die Unterlagen dazu liegen bis zum 25. April in den 13 betroffenen Gemeinden Aristau, Besenbüren, Bremgarten, Bünzen, Fischbach-Göslikon, Jonen, Niederwil, Oberlunkhofen, Rottenschwil, Unterlunkhofen, Waltenschwil, Wohlen und Zufikon öffentlich auf.

Gangbaren Weg suchen

An der Informationsveranstaltung in Bremgarten wurden das Projekt sowie die dazu nötigen Verfahrensschritte von mehreren Fachleuten im Detail erläutert. Werner Gander vom Bundesamt für Energie erläuterte, wie die Kommission zu ihrem Entscheid gefunden habe: «Der Bau einer Leitung ist immer ein Kompromiss. Es geht einerseits darum, die verträglichste Lösung für Bevölkerung und Umwelt zu suchen. Daneben muss ein Projekt auch technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll sein.»

Für das vorgeschlagene Planungsgebiet habe man sich einstimmig entschieden, nachdem zuvor eine Begehung vor Ort stattgefunden habe. Die Festsetzung des Planungsgebietes sei lediglich ein erster Schritt im Vorhaben, das sich noch über mehrere Jahre erstrecken werde. Mit einer Inbetriebnahme der neuen Leitung werde frühestens für das Jahr 2022 gerechnet, hielt Gander fest.

Wenn das Planungsgebiet genehmigt werde, könne in einem zweiten Schritt die Detailplanung an die Hand genommen werden. In dieser Planungsphase werde der exakte Streckenverlauf definiert und auch, ob die Leitung über oder unter der Erde verlaufe.

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