Muri

Historischer Weihnachtsschmuck soll nicht nur schön sein, sondern auch dem Herzen guttun

Alfred Dünnenberger zeigt seinen viktorianischen Weihnachtsschmuck.

Alfred Dünnenberger zeigt seinen viktorianischen Weihnachtsschmuck.

In der diesjährigen Weihnachtsausstellung im Museum Kloster Muri gibt es viktorianischen Weihnachtsschmuck und eine Teezeremonie.

Es ist ein traditioneller Brauch, an Weihnachten einen Christbaum zu schmücken. Tatsächlich geht dieser bis ins 16. Jahrhundert zurück. Wie diese Schmuckstücke in der Vergangenheit ausgesehen haben, besonders im viktorianischen Zeitalter, das präsentiert ab Samstag, 28. November, bis Ende Januar das Museum Kloster Muri. Dann findet die Vernissage zur Drittauflage der Ausstellungs-Serie «Wunderbare Weihnachtsbräuche aus aller Welt» statt.

Er sammelt seit über 40 Jahren Weihnachtsschmuck

Nachdem die vergangene Ausstellung zum Thema «Werde-Sein-Vergehen» sehr zeitgenössisch gewesen sei, folge jetzt eine traditionellere Weihnachtsausstellung, erzählt Kurator Rudolf Velhagen. Anstelle eines Künstlers wird heuer ein Sammler seine Stücke ausstellen. «Im letzten Jahr gab mir jemand den Tipp, Alfred Dünnenberger dafür anzufragen», sagt er.

Dünnenberger kommt aus Baar. Er sammelt mit Herz und Seele seit über 40 Jahren Weihnachtsschmuck. Er hat sich auf Schmuck aus den Jahren 1850 bis 1950 aus Deutschland und Tschechien spezialisiert. «Das ist eine grosse Leidenschaft von mir», erzählt Dünnenberger. Er freue sich, einen Teil seiner Sammlung in Muri zu präsentieren.

«Von Königsberg bis London» lautet der Titel der Ausstellung. Die erste Hälfte des Namens spricht die Königsberger Krippe an, die Dünnenberger selbst restauriert hat und im Äbtekeller aufstellen wird. Diese Art von Krippe ist bekannt für ihre feinen Schnitzereien. «Manche meiner Figuren sind nur drei bis fünf Millimeter hoch, andere vier Zentimeter», erklärt er.

Mit «London» soll aufs englische Königshaus angespielt werden. «Wir schlagen eine Brücke ins Museum für medizinhistorische Bücher, das Privatmuseum von Dr. Franz Käppeli», erklärt Heidi Holdener, Geschäftsführerin von Muri Kultur. So entsteht eine viktorianisch weihnachtliche Stimmung, und es öffnet sich gleich noch ein Weihnachtsfenster zur Sonderausstellung über Charles Darwin, «der ein Zeitgenosse von Königin Viktoria war», wie Holdener erklärt.

Die Ausstellung soll Menschen in tristem Jahr verzaubern

Speziell sei in diesem Jahr aus dieser Kooperation auch, dass man sich bereits im Besucherzentrum auf die weihnachtliche Ausstellung einstimmen könne. Weiter gibt es im Äbtekeller einen üppig behangenen Christbaum zu sehen. Im Singisen-Forum gibt es eine historische Adventskalender-­Wand und eine grosse Auswahl von Dünnenbergers Weihnachtsschmuck.

«Wir richten auch einen Weihnachtssalon mit Requisiten des Schweizer Fernsehens ein», erklärt Velhagen. «Es ist uns wichtig, dass wir die Objekte nicht nur zeigen, sondern stimmungsvoll einbetten.» Holdener hofft, dass sie damit die Leute verzaubern können. Das würden die Menschen gerade in dieser tristen Zeit mehr denn je brauchen.

«Deshalb haben wir in diesem Jahr etwas fürs Herz gemacht», so Holdener. Auch in diesem Jahr gibt es ein Begleitprogramm, darunter eine Teezeremonie mit Zita the Butler, der ersten Butlerin im Königshaus.

Mehr dazu unter www.murikultur.ch.

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