Bremgarten
Hilfsprojekte: Synesius geht nach wie vor zu den Ärmsten

An der Versammlung des Hilfsvereins Synesius in Bremgarten wurde über laufende Aktionen informiert.

Susanna Vanek
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Das neue Ehrenmitglied Diakon Ueli Hess mit Vereinspräsident Stephan Gottet.

Das neue Ehrenmitglied Diakon Ueli Hess mit Vereinspräsident Stephan Gottet.

Susanna Vanek

Was zeichnet eine gute Entwicklungshilfe aus? «Dass sie sich überflüssig macht, wenn die Projekte von selber laufen», machte Stephan Gottet, Präsident des Bremgarter Hilfsvereins Projekt Synesius, in seinem Jahresbericht klar.

Als Vorbereitung für die Generalversammlung des Bremgarter Hilfsvereins Projekt Synesius fand die 50. Sitzung der Vereinsspitze statt. Stephan Gottet, Präsident des Vereins, erläuterte an der GV, man habe festgehalten, dass die Augen- und auch die Zahnklinik Sanya Juu in Tansania mittlerweile selbsttragend sind und die medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist. «Wir durften loslassen.» Zu tun bleibt dennoch einiges, denn es sei die Absicht von Synesius, so Gottet, zu den Ärmsten zu gehen. Unterstützt werden hauptsächlich fünf Zentren. Im St. Michael im Mathare Mabatini Slum in Nairobi werden 250 Schüler betreut, es gibt zudem eine Krankenstation. In der St. Lilly Nikki School, der ebenfalls eine Krankenstation angeschlossen ist und die sich in Lwanda/Bungoma befindet, lernen 182 Schülerinnen und Schüler. Beim St. Bridget, Mother and Child Zentrum wurde die vom Synesius-Projekt bezahlte Ambulanz endlich von der Regierung bewilligt. Dem Zentrum ist eine Zahnstation angeschlossen. Die vom Projekt Synesius einst installierte Zahnarztunit musste kürzlich für 8000 Franken altershalber ersetzt werden. In Kibosho, Tansania, schliesslich, hat das Projekt Synesius dem Partner Aktionskreis Ostafrika in Traunstein (De) über 100 Kataraktoperationen bezahlt. Insgesamt unterstützt der Verein 430 Kinder.

Mehr Mitglieder

Die Zahl der Mitglieder des Vereins ist angestiegen und beträgt 169 Personen. Die Einnahmen von Gönnern und der Mitgliederbeiträge beliefen sich auf 74'518 Franken, die Ausgaben auf 77'502 Franken, was zu einem Verlust in der Jahresrechnung 2016 von 2984 Franken führte. Ehrenmitglied Gabriel Minder, der aus Genf angereist war und der unzählige Hilfsprojekte in Indien realisiert hat, regte an, vermehrt den Fokus auf die Bildung zu legen, speziell auf die Bildung von Frauen.

Maturand sammelte Geld

Marc Kaufmann, Sohn von Vorstandsmitglied Vanik Kaufmann, hat im März 2017 mit seinem Vater und Stephan Gottet die verschiedenen Projekte besucht, die der Hilfsverein in Kenia unterstützt. Darauf entschloss er sich, im Rahmen seiner Maturaarbeit am Wirtschaftsgymnasium Basel Geld für die Elektrifizierung der St. Lilly Nikki School zu sammeln. Dies auch, weil Wasser bisher mühsam mit einem Behälter und einer langen Schnur aus einem Brunnen hatte geschöpft werden müssen. Künftig gibt es dafür eine Pumpe. Via Flyer, Aufrufe auf Facebook, Vorträge sowie Crowdfunding gelang es ihm, sein Ziel von 4800 Franken zu übertreffen. Aktuell sind es 5047 Franken. «Damit sollen auch die Stromkosten gedeckt werden können sowie Ersatzteile beschafft werden können.» Am Sonntag, 24. September, wird an der Bruder-Klaus-Feier, die von 10.15 bis 16 Uhr in der Klosterkirche Hermetschwil begangen wird, weiter Geld für dieses Projekt gesammelt.

Das Projekt Synesius wird weiter von zahlreichen Donatoren unterstützt, unter anderem der Katholischen Kirchgemeinde Bremgarten und der Gemeinde Oberwil-Lieli, von der Bremgarter Kantorei, von der 4. Klasse von Monika Heimhofer, von der AKB Wohlen und von mehreren Stiftungen. Zum Ehrenmitglied ernannt wurde Vorstandsmitglied Diakon Ueli Hess. Er erinnerte daran, dass Synesius der Stadt- und Landpatron von Bremgarten ist. Synesius wird in Bremgarten als Reliquienheiliger verehrt, jeweils am vierten Sonntag im Oktober wird der Synesiussegen erteilt. Ihm zu Ehren wurde der Hilfsverein Projekt Synesius seinerzeit gegründet.