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Hilfsprojekt von Wohlerin für Waisen in Uganda ist wegen Corona in Nöten

Die Wohlerin Harriet Suter berichtet über die Lage in ihrer Heimat Uganda. Dort herrsche ein rigoroser Lockdown. Die Lage sei prekär, so Suter.

Marc Ribolla
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Rund 30 Kinder betreut «Vision4UgandaKids» vor Ort.

Rund 30 Kinder betreut «Vision4UgandaKids» vor Ort.

zvg

Praktisch die ganze Welt ist von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Auch in Afrika ist das Virus seit längerem angekommen und stellt die Länder vor grosse Herausforderungen. Das bekommt auch das Hilfsprojekt «Vision4UgandaKids» der Wohlerin Harriet Suter direkt zu spüren. Die Auswirkungen auf den Betrieb des Waisenhauses in ihrer Heimat Uganda sind beträchtlich, wie sie gegenüber der «Aargauer Zeitung» erklärt.

Auch in Uganda herrscht ein Lockdown, der allerdings noch rigoroser ist als in der Schweiz. «Ausser Lebensmittelläden und Spitäler ist alles geschlossen. Der ganze öffentliche Verkehr und auch Autos sind verboten. Möglich sind nur Töffs mit einer einzelnen Person drauf, aber die Töffs dürfen nur bis 14Uhr fahren. Der tägliche Einkauf von Essen ist ebenfalls doppelt so teuer geworden», sagt Suter.

Spendenaufruf an die Bevölkerung

Besonders prekär ist die Lage für das Hilfsprojekt aber, weil auch die Schule und das Internat geschlossen sind. Alle 33 Kinder und Jugendliche mussten deshalb wieder zurück ins Waisenhaus geholt werden. Das Schul-, Kost- und Logiergeld ist jedoch bereits bezahlt worden. Diese Beträge werden dem Hilfsprojekt aber nicht erstattet. «Hinzu kommt, dass die Kinder manchmal auch krank sind und Medikamente benötigen. Und wir achten darauf, dass die Kinder gesundes Essen zu sich nehmen», erzählt Suter. Die Kinder in den beiden Waisenhäuser nahe der Hauptstadt Kampala werden von drei Personen vor Ort betreut. Diese unerwarteten zusätzlichen und nicht budgetierten Lebenshaltungs- und Betreuungskosten zwingen das Hilfsprojekt zu einem Spendenaufruf an die Bevölkerung.

Harriet Suter selbst machte sich im Januar letztmals ein Bild der Entwicklung. «Damals war es noch nicht so schlimm wie jetzt, man merkte noch nichts von Corona», sagt sie. In Uganda sind die Fallzahlen auch jetzt noch sehr gering. Gerade einmal 58 positiv getestete Personen sind offiziell registriert, zudem stehen rund 4000 Personen unter Quarantäne. Dennoch wird sich an der Lockdown-Situation, die seit zwei Wochen andauert, vorläufig nichts ändern. «Der Präsident hat den Lockdown am vergangenen Mittwoch um 21 Tage verlängert», sagt Suter. Immerhin: Ugandas Präsident Yoweri Museveni (75) zeigte seinen Landsleuten mit einem Video auf Twitter gleich selbst, wie sie sich mit Fitnessübungen daheim fit halten können.