Wohlen
Hilfsmaterial für verarmte Region in Nordukraine bleibt vorerst im Freiamt liegen

Weil die Sicherheitslage in der Ukraine zu kritisch ist, hat der Verein Help-Point Sumy den für September geplanten Hilfstransport auf Frühling 2015 verschoben. Bis dahin lagern rund 100 Tonnen Hilfsgüter in einer Halle der Ferrowohlen AG.

Fabian Hägler
Merken
Drucken
Teilen
Help-Point-Sumy-Präsidentin Mari-anne Piffaretti mit Logistikchef Sigi Wagner in der Lagerhalle.

Help-Point-Sumy-Präsidentin Mari-anne Piffaretti mit Logistikchef Sigi Wagner in der Lagerhalle.

Fabian Hägler

Seit neun Jahren leistet der Verein Help-Point Sumy humanitäre Hilfe in der Ukraine. Momentan wären die Hilfsgüter – Spitalbetten, medizinisches Material, Möbel für Kindergärten und Heime, Ausrüstung für Rettungsdienste und Feuerwehr – besonders gefragt. «Die humanitäre Situation in Sumy und Umgebung ist kritisch, der Staat hat kaum Mittel zur Verfügung, das spüren die Menschen ganz direkt», sagt Vereinspräsidentin Marianne Piffaretti.

Trotzdem beantragte sie ihren Vorstandskollegen an einer ausserordentlichen Sitzung, auf den geplanten Hilfskonvoi im September zu verzichten. «Ich tat dies schweren Herzens, weil ich in Sumy selber gesehen habe, wie dringend unsere Hilfe benötigt würde», bedauert Piffaretti. Doch die Situation in der Ukraine lässt einen Hilfstransport nach Sumy nicht zu. «Ein Konvoi lässt sich nicht verantworten, wenn die Sicherheit nicht garantiert ist», sagt die Vereinspräsidentin.

Sechs Container schon beladen

Sie betont aber, der Hilfstransport sei nicht abgesagt, sondern lediglich verschoben. «Wir sind zuversichtlich, im Frühling einen Konvoi nach Sumy durchführen zu können». Bis dahin muss der Verein die Hilfsgüter in der Ferrohalle in Wohlen lagern. Sechs grosse Container mit rund 100 Tonnen Material sind schon fertig verladen, vier weitere stehen bereit. «Ich bin optimistisch, dass wir von Sponsoren weitere zwei bis vier Container zur Verfügung gestellt bekommen», sagt Sigi Wagner, Logistikchef beim Verein Help-Point Sumy.

Gleichzeitig werde man bei der Annahme von Hilfsgütern, die von Spitälern, Feuerwehren, Heimen und anderen Institutionen in der Schweiz gespendet werden, in den nächsten Monaten zurückhaltender sein. «Wir hoffen in dieser schwierigen Situation auf Verständnis unserer Spender für diese Massnahme», sagt Wagner.

Dennoch dürfte sich bis im Frühling eine beträchtliche Menge Material ansammeln. «Wenn die Mittel reichen, sind 2015 auch zwei Transporte denkbar», sagt Koni Häfeli, der Finanzchef des Vereins. Auch wenn 2014 kein Konvoi stattfinde, sei Help-Point Sumy weiter auf Spenden angewiesen. «Sollten wir im nächsten Jahr zweimal in die Ukraine fahren, oder einen grösseren Konvoi durchführen, bringt dies ganz automatisch höhere Treibstoffkosten mit sich», macht der Finanzchef klar.