Muri
Hier soll eine Industriehalle zwischen Wohnbauten entstehen

Der Gestaltungsplan-Entwurf für das Luwa-Areal in Muri sieht eine gemischte Nutzung von Wohnen und Gewerbe vor. Die Pläne liegen nun während des Mitwirkungsverfahrens öffentlich auf.

Eddy Schambron
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Das heutige Industrieareal zwischen Luzernerstrasse und Bahnlinie in Muri soll künftig zu Wohnzwecken und für Gewerbebetriebe genutzt werden.

Das heutige Industrieareal zwischen Luzernerstrasse und Bahnlinie in Muri soll künftig zu Wohnzwecken und für Gewerbebetriebe genutzt werden.

Eddy Schambron

Wenn das Luwa-Areal in Muri überbaut ist, wird es im Klosterdorf nicht nur eine ganze Reihe neuer Wohnungen geben, sondern auch Geschäftsräumlichkeiten sowie ein Halle für kulturelle Nutzungen. So sehen es die Entwürfe des Gestaltungsplans Luwa-Areal der Feldmann Immobilien AG vor, die bis zum 14. Oktober im Mitwirkungsverfahren öffentlich aufgelegt sind. Mit entsprechender Bauweise und architektonischen Lösungen soll die Lärmbelastung einerseits durch die Bahnlinie, andererseits durch den Verkehr auf der Luzernerstrasse in den Wohnbereichen in tragbaren Grenzen gehalten werden.

Rund 21 500 Quadratmeter gross ist das heutige Industrieareal, welches 2012 in die Wohn- und Gewerbezone WG3 umgezont wurde. Bereits früher wurden Ideen für die Umgestaltung in ein mehrheitlich zu Wohnzwecken umgenutztes Areal entwickelt. Nach dem Erwerb des Areals durch die Feldmann-Immobilien AG wird es nun konkreter: Das Richtprojekt der Frei Architekten AG, Aarau, sieht entlang der Bahnlinie einen 260 Meter langen Baukörper vor, der das übrige Areal vor Lärmimmission durch die Bahn abschirmt. Die Grundrisse der Wohnungen sind zur ruhigeren Südwestseite ausgerichtet.

Entlang der Luzernerstrasse kommt ein 75 Meter langes und 23 breites Gebäude zu stehen, das über drei Hauptgeschosse und ein reduziertes oberstes Geschoss verfügt. Das Erdgeschoss weist eine Geschosshöhe von knapp vier Metern auf, da hier in jedem Fall Gewerbe, beziehungsweise Dienstleistungen vorgesehen sind. In den Obergeschossen ist trotz der vorhandenen Lärmbelastung eine Wohnnutzung möglich, heisst es im Planungsbericht. Zwischen diesen beiden Gebäudekörpern wird eine bestehende Halle erhalten, um sie unter anderem für kulturelle Zwecke nutzen zu können.

Lärm von zwei Seiten

Eine besondere Herausforderung ist der Lärmschutz, weil das Areal sowohl von Strassen-, als auch von Eisenbahnlärm betroffen ist. Ein Gutachten kommt zum Schluss, dass dem Lärmschutz mit der vorliegenden Architektur Rechnung getragen werde. «Mit dem Konzept aus dem Gestaltungsplan können fast alle relevanten Räume über ein lärmangewandtes Fenster, bei welchem der Immissionsgrenzwert eingehalten wird, belüftet werden.» Da eine kontrollierte Belüftung geplant ist, könne man die Frischluftzufuhr auch bei Zimmern mit Überschreitung dieses Grenzwertes ohne alternative Belüftungsmöglichkeit gewährleisten, steht im Gutachten.

Mit Mehrzweckstreifen

Die Erschliessung des Areals erfolgt über die Industriestrasse an der südöstlichen Arealgrenze. Diese Strasse mündet in die Luzernerstrasse. Für die geplante Vollüberbauung des Luwa-Areals sei die Leistungsfähigkeit der heutigen Einmündung gerade noch genügend, heisst es im Verkehrsbericht. Beim Verzicht auf eine Linksabbiegespur oder dem Bau eines Kreisels vermöge allerdings nur der Bau eines Mehrzweckstreifens in genügender Breite die Leistung auf eine gute Qualitätsstufe zu steigern. Deshalb soll die Industriestrasse bei der Einmündung in die Luzernerstrasse auf eine Breite von 6,5 Metern ausgebaut werden. Das bedeutet für den Gestaltungsplan, dass ein künftiger Knotenausbau mit einem breiten Mehrzweckstreifen frei gehalten werden muss.

Vorgesehen sind für die Gesamtüberbauung zwei Tiefgaragen mit 100, beziehungsweise 140 Parkfeldern, die von da aus einen direkten Zugang zu den jeweils darüber liegenden Gebäuden bieten. Weitere etwa 50 oberirdische Parkfelder sind für die Kunden der gewerblichen Nutzungen vorgesehen. Eine minimale Anzahl Besucherparkfelder für die Bewohner sind schliesslich oberirdisch am Ende der Industriestrasse geplant. Auch findet sich Raum für Fahrradabstellplätze entlang der öffentlichen Fuss- und Radwegverbindungen an der Bahnlinie sowie im Untergeschoss des Gebäudes an der Luzernerstrasse.