Berikon

Hier soll ein Dorf im Dorf für 510 Einwohner entstehen

Hier soll eine Überbauung mit 240 Wohnungen entstehen.

Hier soll eine Überbauung mit 240 Wohnungen entstehen.

Berikon ebnet den Weg zum Bau von 16 Mehrfamilienhäusern mit 240 Wohnungen.

Ein Dorf im Dorf mit 240 Wohnungen für etwa 510 Bewohner soll in den nächsten Jahren im Beriker Riedacher entstehen. Das Gebiet für die Überbauung befindet sich in der Nähe der Kreisschule Mutschellen. Das Richtprojekt geht von der Realisierung von 16 Flachdach-Mehrfamilienhäusern in fünf Etappen aus. Ferner sieht die Planung 260 Tiefgaragenplätze vor.

Die Kapazität der Infrastruktur reicht aus

Verfügt die Gemeinde mit ihren aktuell rund 4800 Einwohnerinnen und Einwohnern über die entsprechende Infrastruktur (Wasser, Abwasser, Elektrizitätsversorgung, Schulraum und so weiter), um den Anschluss der Siedlung Riedacher mit über 500 Bewohnerinnen und Bewohnern zu verkraften oder muss mit jeder Bauetappe auch eine Erweiterung des Versorgungsnetzes einhergehen und schliesslich noch ein neues Schulhaus gebaut werden, was zur Erhöhung des Steuerfusses führen würde?

"Nein, das ist nicht erforderlich. Unsere Anlagen und Einrichtungen sind gut ausgebaut. Die Kapazität reicht aus für die neuen Liegenschaften mit dieser Anzahl Bewohner", erklärte Gemeindeammann Stefan Bossard der AZ gegenüber auf Anfrage. Auch müsse der Steuerfuss nicht erhöht werden.

Die Mitwirkung der Bevölkerung am Gestaltungsplan fand vom 24. Februar bis 24. März statt und musste nach Angaben des Gemeindeammanns wegen der aktuellen Pandemiesituation nicht verlängert oder verschoben werden. "Wir haben sehr viele positive Reaktionen und Meinungen erhalten. Themen waren unter anderem die Grenzabstände und die Zufahrt. Wir haben die Anliegen im Gemeinderat besprochen und sorgen dafür, dass sie in die Planung einfliessen werden", so Stefan Bossard. Zur Bewohnerzahl von 510 meinte er, dass die Angabe aus dem Richtprojekt stammt und somit noch nicht definitiv sei. Und zur Frage, ob es Miet- oder Eigentumswohnungen oder einen Mix von beidem geben werde, meinte er: "Wir prüfen im Moment sämtliche Varianten und Modelle. Einen Mix gibt es, aber entschieden ist noch nichts."

Überbauung kostet 60 bis 80 Millionen Franken

Das Land im Gebiet Riedacher ist zu rund zwei Drittel im Besitz der Einwohner- beziehungsweise der Ortsbürgergemeinde und zu etwa einem Drittel Privateigentum. Wie der Gemeindeammann erwähnte, müsse für die Bauten auf dem Gemeindeland mit Kosten von etwa 40 Millionen Franken gerechnet werden. Die finanziellen Aufwendungen für die gesamte Überbauung dürften ungefähr 60 bis 80 Millionen Franken betragen.

"Für uns ist die Überbauung im Riedacher eine Riesenchance - für die Gemeinde soll daraus auch ein entsprechender Ertrag resultieren. Es entsteht ein neuer Ort mit Freiraum im Grünen an guter, zentraler Lage mit hoher Wohnqualität. Wir bleiben am Ball", stellte Gemeindeammann Bossard fest.

Überdurchschnittlich dichtes Bauen

Da die kommunale Wohngebietsentwicklung Berikons sozusagen vollumfänglich innerhalb der bestehenden Siedlungsgrenzen stattfinden soll, müssen die vorhandenen Baugebietsreserven verfügbar gemacht und mit einer angemessenen Dichte überbaut werden. Das Gebiet Riedacher ist eines der wichtigen Entwicklungsgebiete in Berikon. Gemäss Bericht zum Stand der Erschliessung sind in der Gemeinde von 90,3 Hektaren Wohn- und Mischzonen 80,7 Hektaren überbaut und 9,6 Hektaren noch frei. Bei aktuell rund 4800 Personen, die in Berikon leben, entspricht dies einer Dichte von etwa 59 Einwohnern pro Hektare.

Das Richtprojekt für das Dorf im Dorf geht von zirka 510 Einwohnern aus. Bei einer Arealfläche von etwas mehr als 3 Hektaren würde dies gut 160 Einwohner pro Hektare entsprechen. Diese Zahl liegt somit deutlich über den aktuellen Dichtewerten der Gemeinde und über der kantonalen Mindestdichte für unüberbaute Wohn- und Mischzonen von 90 Einwohnern pro Hektare. Damit leistet das Areal einen wichtigen Beitrag zur Innenentwicklung der Gemeinde, heisst es im Vorprüfungsbericht.

Noch wird der Boden im Riedacher landwirtschaftlich genutzt. Doch bereits 2015 wurden mit der Gesamtrevision der Nutzungsplanung die planungs- und baurechtlichen Grundlagen für die Arealentwicklung geschaffen. Dabei ist das Gebiet einer dreigeschossigen Wohn- und Mischzone zugewiesen und mit einer Sondernutzungsplanpflicht überlagert worden.

Liegt die Baubewilligung bis Mitte 2021 vor?

Parallel zum Gestaltungsplanverfahren erfolgt die Landumlegung. Nach der kantonalen Vorprüfung, voraussichtlich im Juli, und der öffentlichen Mitwirkung, ist noch in diesem Herbst die öffentliche Auflage vorgesehen. Der Gestaltungsplan ist anschliessend vom Gemeinderat zu verabschieden und dem Kanton zur Genehmigung zu unterbreiten. Ob mit der Baubewilligung bis Mitte 2021 gerechnet werden kann, wie im Terminplan vorgegeben, wird sich weisen.

Meistgesehen

Artboard 1