Wohlen

Hier hängt der Kulturhimmel voller Sterne: Der «Sternensaal» feiert seinen 30. Geburtstag

Präsidentin Eva Keller erinnert sich an fast alle der 30 Sternensaal-Jahre – und noch heute ist sie begeistert vom kulturellen Angebot des Vereins.

Präsidentin Eva Keller erinnert sich an fast alle der 30 Sternensaal-Jahre – und noch heute ist sie begeistert vom kulturellen Angebot des Vereins.

Nächstes Jahr feiert der Sternensaal seinen 30. Geburtstag. Für sein Jubiläumsjahr baut das Wohler Kulturlokal auf Bewährtes – neben seiner sechsten Eigenproduktion als grossem Highlight: Rund 40 Künstler werden sich während der Saison das Mikrofon in die Hand drücken.

Ein Primeur sei es, den das Team des Sternensaals nun endlich präsentieren könne. Eine grosse Sache. Das Geburtstagsgeschenk, das der Verein sich selber und allen Kulturfreunden zum 30-Jahr-Jubiläum des Sternensaals macht: eine Theater-Eigenproduktion. Ein Fassadentheater vor dem Gebäude soll es werden, das am 11. August 2017 Premiere feiert. Punkt. Hier endet der Primeur.

Sowohl Hans Melliger, der in einem Brief den symbolischen Primeurkorken knallen liess, als auch die Vereinspräsidentin Eva Keller mauern. Und wie gewöhnlich: Beide lachen. «Wir wollen den Freunden des Sternensaals schon jetzt sagen, dass sie den 11. August in der Agenda rot anmalen sollen.

Das soll sie ‹gwunderig› machen», erklärt Melliger. Eva Keller zuckt die Schultern: «Da darf ich leider auch nicht mehr verraten. Aber es wird toll», ist sie sicher. Das hätten die Sternensaalbesucher der letzten 30 Jahre auch nicht anders erwartet. 90 000 waren es ungefähr, die in all der Zeit rund 1200 Vorstellungen mit Musik, Theater, Cabaret, dem einen oder anderen Film und auch Programmen für Kinder miterlebt und genossen haben. «Wenn das kein Grund zu feiern ist», findet Keller.

Viel erlebt seit 1868

Die Geschichte des Sternensaal-Gebäudes ist mehr als ein Jahrhundert älter als jene des Vereins. 1868 wurde es als Tanzsaal erbaut und war «seit je ein wichtiger Treffpunkt des kulturellen Lebens in Wohlen», heisst es in einer Dokumentation. Von Tanzveranstaltungen und Fasnacht über 1.-Mai-Feiern und Tierausstellungen bis hin zu Kindergärten und der Unterbringung von Soldaten hat der Sternensaal alles Mögliche erlebt.

Lange Zeit war er auch das Vereinslokal der italienischen Gastarbeiter. Doch am Samstag, 24. Oktober 1987, kam «neues Leben» in den «altehrwürdigen» Sternensaal, wie der neue Verein damals warb. «Ein neuer Kunststern ist aufgegangen.»

Bei der Vereinsgründung war die heutige Präsidentin Eva Keller knapp noch nicht dabei. Die damalige Einwohnerrätin kam über Kontakte und ihr generelles Interesse an Kultur etwa 1990 zum Verein. Seit 1998 präsidiert sie ihn. «Kultur ist etwas Lebenswichtiges», erklärt sie ihre Begeisterung. «Sie gibt einem Sinn, Anlass zu Diskussionen, zum Hinterfragen, aber kann auch zum Lachen bringen und berühren. Ohne Kultur ginge es einfach nicht.»

In all den Jahren, seit sie im Verein aktiv ist – auch bei ihr sind es bald 30 – hat diese Leidenschaft für die Kultur kein bisschen abgenommen, im Gegenteil. Das merkt man nicht nur ihr, sondern dem gesamten Verein an: «Wir sind bewusst nur etwa 30 Mitglieder, die aber alle sehr aktiv sind.

Man könnte meinen, die Generalversammlungen seien deshalb schnell durchgewunken. Stattdessen sind sie jedes Mal anstrengend, aber auch sehr spannend, denn es sind alles kreative Köpfe, die ihre Ideen einbringen. Es macht einfach Spass, so zu arbeiten», findet Eva Keller.

Grosse Namen und Chancen

In seinem Jubiläumsjahr 2017 baut der Sternensaal auf Bewährtes – neben seiner sechsten Eigenproduktion als grossem Highlight: Rund 40 Künstler werden sich während der Saison das Mikrofon in die Hand drücken. «Es sind wie üblich grosse Namen wie Pedro Lenz dabei, daneben wollen wir aber auch immer unbekannteren Künstlern und solchen aus der Region eine Plattform bieten», sagt die 67-jährige Präsidentin.

Genau diesen gilt ihr Wunsch für die Zukunft: «Das Einzige, was ich mir für den Sternensaal wünsche, ist, dass die Zuschauer uns noch etwas mehr vertrauen und auch zu Auftritten kommen, wenn sie die Künstler nicht kennen. Beispielsweise waren Ursus und Nadeschkin bei uns, bevor sie richtig bekannt geworden sind.»

Und weil es dem Duo damals so in Wohlen gefallen habe, sei Ursus auch mit seinem Soloprogramm wieder zurückgekommen. «Es freut mich immer sehr, wenn wir eine solche Wertschätzung der Künstler, aber auch des Publikums erfahren.» Heutzutage hätten sie kaum je Probleme mit zu wenigen Zuschauern.

Doch Keller erinnert sich: «Vor vielen Jahren waren es an einem Konzert nur etwa fünf Gäste. Ich ging ganz kleinlaut zur Band und sagte es den Musikern. Doch die meinten, das mache nichts, sie würden auch nur für uns spielen.»

Das Programm und mehr Infos finden Sie unter www.sternensaal-wohlen.ch

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