Industriepark Ferrowohlen» heisst 200 000 Quadratmeter grosse Areal zwischen Villmergen und Wohlen heute, wo einst ein Stahlwerk stand. Doch vielleicht muss das Ferroareal bald umgetauft werden - «Solarpark» wäre künftig wohl passender. Denn die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halle B, mit 11 900 Panels und einer Fläche von 25 000 Quadratmetern die grösste der Deutschschweiz, soll erst der Anfang sein. «Wir möchten Schritt für Schritt auch die übrigen Hallendächer auf dem Areal mit Solaranlagen bestücken», sagt Dietmar Blum, Immobilienverantwortlicher bei der Ferrowohlen AG.

Hallendächer für Panels geeignet

Das Potenzial ist gewaltig: Die drei bestehenden Hallen weisen laut der Website von Ferrowohlen eine Fläche von insgesamt 67 900 Quadratmetern auf. Zieht man die 25 000 Quadratmeter auf der Halle B ab, die bereits mit Solarpanels bestückt sind, verbleiben immer noch 42 900 Quadratmeter. Blum vergleicht: «Die Anlage auf der Halle B, die Ende dieser Woche ans Netz gehen soll, produziert Strom für rund 600 Haushaltungen. Das ist gleichviel, wie derzeit auf unserem Areal verbraucht wird.» Und er hält fest: «Von der statischen Tragkraft her sind sämtlich Hallen-dächer für Solarpanels geeignet.»

Solarstrom für 1800 Haushalte?

Mit der Halle F (siehe Kasten), deren Dach ebenfalls für die Installation einer Solaranlage vorbereitet wird, stünden weitere 8100 Quadratmeter zur Verfügung. Grob gerechnet, könnte künftig auf allen vier Ferrohallen Solarstrom für rund 1800 Haushalte produziert werden. Heinrich Studer, Projektleiter für das laufende Projekt der ADEV Solarstrom AG aus Liestal, bestätigt: «Es wäre sehr interessant, auch die anderen Hallen für die Herstellung von Solarstrom zu nutzen.»

Studer, der morgen (20 Uhr, Chappelehof) beim Wohler Energie-Apero über das Projekt referiert, ist derzeit oft auf dem Dach der Halle B anzutreffen. Dort werden in diesen Tagen die letzten Solarpanels montiert, Kabel gezogen und Anschlüsse fertiggestellt. «Die Anlage geht Ende Woche in Betrieb, die Abschlussarbeiten laufen bis Mitte Oktober», sagt Studer. Bei den Montagearbeiten wurde die Firma Solventure vergangene Woche von einigen «Solarmachern» unterstützt. Mitarbeitende und Freiwillige von Greenpeace packten auf dem Hallendach tatkräftig mit an.

Ferrowohlen plant Ausschreibung

Ob die ADEV Solarstrom AG auch die nächsten Solaranlagen auf dem Ferro-Areal realisieren wird, ist indes noch unklar. «Wir planen eine Ausschreibung in der ganzen Schweiz», sagt Dietmar Blum von Ferrowohlen. Mit der IB Wohlen AG, dem lokalen Energieversorger, der selber seit 20 Jahren auf Solarstrom setzt, habe die Firma einen kompetenten Partner, erklärt Blum. «Die erste Anlage auf der Halle B war für alle Beteiligten
eine Herausforderung, das wird bei den nächsten nicht anders sein», blickt er voraus. Für seine Firma sei klar, dass die Kosten bei Projekten möglichst tief gehalten und alle Synergien genutzt werden müssten.
Heinrich Studer von ADEV betont, die Zusammenarbeit mit der Ferrowohlen AG sei hervorragend gelaufen. «Wir würden hier gerne weitere Projekte realisieren», sagt er.