Nächstes Jahr wird er pensioniert – obwohl er heute erst zum 16. Mal seinen Geburtstag feiern kann. Nein, es handelt sich dabei nicht um Kinderarbeit: Der Villmerger Lastwagen- und Busfahrer Herbert Wohler (64) ist ein Schalttagskind.

Er selber mache sich nicht viel aus Geburtstagen. «Die gemütlichen Abende mit Freunden gefallen mir schon, denn es wird immer sehr lustig bei uns. Aber Geburtstage an sich sind für mich nichts Spezielles. Man kann ja nichts dafür, wann man geboren ist.» Doch für die Leute sei
es anscheinend speziell, denn auch wenn sich viele Geburtstage schlecht merken könnten – «an meinen denken sie immer», lacht Wohler.

Handörgeler im Spital Muri

Schon als er zur Welt gekommen sei, hätten sich die Leute über den Schalttagsjungen gefreut. «Freunde meines Vaters sind sogar mit ihren Handörgeli ins Spital Muri gekommen, um für meine Mutter und mich zu spielen», berichtet er. Schmunzelnd fügt er hinzu: «Das hat mir zumindest meine Mutter erzählt, denn ich weiss das nicht mehr.»

Obwohl Geburtstage für ihn nichts Spezielles seien, scherzt er doch gern darüber. «Wenn die Leute mich fragen, wie alt ich sei, sage ich immer, dass ich heuer meinen 16. Geburtstag feiere. Dann schauen sie mich komisch an. Aber am Schluss müssen sie lachen», erzählt Herbert Wohler.

Statt einer gleich zwei Feiern

Er habe nie darunter gelitten, dass sich sein eigentlicher Geburtstag nur alle vier Jahre wiederhole. «Im Gegenteil: Die meisten Leute kommen am 28. vorbei. Aber einige sagen, man dürfe nicht vorher gratulieren, also kommen sie am 1. März. So kann ich zweimal feiern.»

Auch sei er schon oft im Radio erwähnt worden, weil auch dort alle vier Jahre Schalttagskinder gesucht würden. Seinen 40. und 60.Geburtstag habe er grösser gefeiert als alle anderen, denn dann habe er tatsächlich Geburtstag gehabt. Ganz Villmerger, fügt er hinzu: «Als ich 50 wurde, gab es zwar keinen 29. Februar, aber güüggen durfte ich trotzdem.»