Nach der Gemeindeversammlung vom vergangenen Freitag in Villmergen ist Bruno Leuppi am Boden zerstört. Nicht, weil er als Verwaltungsratspräsident der Villmerger Medien AG mit seiner Initiative zur Rettung der «Villmerger Zeitung» Schiffbruch erlitten hat. «Damit», sagt er, «kann und muss ich leben. Es ist ein demokratischer Entscheid der Gemeindeversammlung. Den gilt es zu akzeptieren, auch wenn er das Ende der ‹Villmerger Zeitung› bedeutet.»

Schwer zu schaffen macht Leuppi hingegen, dass ihm an der Versammlung von Gemeinderatsseite her Misswirtschaft vorgeworfen worden ist: «Das tut sehr weh», erklärt er mit gebrochener Stimme. Er sei kein Abzocker, der sich auf irgend eine Weise habe persönlich bereichern wollen: «Mir ging es mit meiner Initiative um die ‹Villmerger Zeitung›. Damit wollte ich etwas für die Allgemeinheit tun und zur kulturellen Bereicherung des Dorfes beitragen. Leider ist das Projekt jetzt trotz allen Bemühungen gestorben.»

Einen Jahreslohn investiert

Die 2013 lancierte «Villmerger Zeitung» erscheint noch drei Mal, die letzte Ausgabe wird am 24. Juni zugestellt. Das ist für Bruno Leuppi nicht nur aus ideellen Gründen bitter. Der Verwaltungsratspräsident der Villmerger Medien AG verliert auch viel privates Geld, welches er in dieses Projekt investiert hat. Rund ein Jahresgehalt sei es, erklärt er der az. «Das ist viel Geld, aber das war es mir wert. Ich habe immer an die ‹Villmerger Zeitung› geglaubt und mich dafür eingesetzt. Mit viel Fronarbeit und auch mit meinem Portemonnaie. Jetzt bin ich um eine Erfahrung reicher.»

Beschäftigt hat die «Villmerger Zeitung» fünf Personen mit einem Stellenpensum von insgesamt 160 Prozent. Diese Leute verlieren Ende Monat ebenso ihren Job wie die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf Honorarbasis für die Zeitung gearbeitet haben.

Nicht die erhoffte Unterstützung

Die «Villmerger Zeitung» hatte ihre finanzielle Basis mit einem höheren Gemeindebeitrag stärken wollen. Dazu startete Bruno Leuppi im März dieses Jahres eine Initiative, die von 674 Stimmberechtigten unterzeichnet worden war. Somit wurde an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Freitag über die beantragte Erhöhung des Gemeindebeitrages von bisher 25 000 auf neu 155 000 Franken entschieden. Der Gemeinderat präsentierte einen Gegenvorschlag mit einer Beitragserhöhung auf lediglich 50 000 Franken.

Mit 287 Stimmberechtigten war die Gemeindeversammlung ausserordentlich gut besucht. Dennoch hatte die «Villmerger Zeitung» im Vorfeld offenbar zu wenig mobilisieren können, analysiert Leuppi im Nachgang: «Die Initiative ist zwar von über 700 Personen unterschrieben worden, doch sind lediglich etwa 80 bis 100 Leute zusätzlich an die Gemeindeversammlung gekommen. Das hat am Ende nicht gereicht, um unser Anliegen durchzubringen.

Die Initiative der «Villmerger Zeitung» ist an der Gemeindeversammlung mit 147:124 Stimmen relativ knapp abgelehnt worden.