Wohlen
Help-Point Sumy bereitet nächsten Konvoi in die Ukraine vor

Sieben Camions mit Hilfsgütern, drei Polizeiautos und ein Kommandofahrzeug der Feuerwehr fahren im April nach Sumy. Den 15. Konvoi des Vereins Help-Point Sumy aus Wohlen machen erst freiwillige Helfer und grosszügige Spender möglich.

Fabian Hägler
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In einem Spital in Sumy kontrolliert Marianne Piffaretti die korrekte Verteilung der Hilfsgüter.

In einem Spital in Sumy kontrolliert Marianne Piffaretti die korrekte Verteilung der Hilfsgüter.

Vor gut zwei Monaten sind die leeren Camions des letzten Hilfskonvois aus Sumy wieder in Wohlen eingetroffen. Inzwischen laufen bereits die Vorbereitungen für den nächsten Transport. An seiner letzten Sitzung hat der Vorstand des Vereins Help-Point Sumy grünes Licht für den ersten Konvoi 2013 gegeben, der Mitte April starten soll. Laut der aktuellen Planung umfasst der Transport sieben Lastwagen mit Hilfsgütern, drei Streifenwagen für die Polizei Sumy (gespendet von der Kantonspolizei Aargau) und ein Feuerwehr-Kommandofahrzeug (gespendet von der Feuerwehr der Stadt Luzern).

Derzeit sind bereits sechs Container mit Hilfsmaterial gefüllt, der letzte wurde vergangene Woche im Kreuzspital Chur mit 40 Spitalbetten beladen. Dafür fuhren knapp ein Dutzend Freiwillige frühmorgens nach Chur, luden die Betten ein und transportierten sie darauf nach Wohlen. «Es ist immer wieder überwältigend, wie sich unsere Helferinnen und Helfer für die bedürftigen Menschen in Sumy einsetzen», sagt Marianne Piffaretti, die Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy.

Unterstützt wird der Verein auch von Firmen, die Material zur Verfügung stellen. So spendet die CWS-boco Industriewäscherei in Kriens 5000 Operationstextilien. Die Textilien haben einen Gesamtwert von rund 75000 Franken. Sie werden durch die Hilfsorganisation in Spitälern in der Stadt und Region Sumy in der Ukraine verteilt. CWS-boco bietet Berufsbekleidung und Flachwäsche im Mietservice an. Bis vor kurzem betrieb die Firma nebst der regulären Wäscherei einen Reinraum, wo Operationstextilien gewaschen und sterilisiert wurden. Nun wurde dieser Raum geschlossen, weil Schweizer Spitäler im Operationssaal vermehrt auf Einwegtextilien setzen. Übrig blieben 10000 Operationstextilien, die CWS-boco zuvor Spitälern vermietet hatte. Anstatt sie gewinnbringend zu verkaufen, spendet CWS-boco die Textilien zwei gemeinnützigen Organisationen – zur Hälfte dem Verein Help-Point Sumy. Die Spende umfasst Abdecktücher, Operationsmäntel und Wärmedecken im Wert von rund 150000 Schweizer Franken, ein Fünftel davon ist noch nie gebrauchtes Material.

«Wir freuen uns sehr über diese grosszügige Spende von CWS-boco» sagt Marianne Piffaretti. Die Vereinspräsidentin besucht regelmässig Spitäler in der armen Region im Nordosten der Ukraine und erklärt: «Die Textilien sind dort sehr willkommen, alle Spitäler müssen mit äusserst knappen Mitteln auskommen und sind auf Hilfe angewiesen.»

Piffaretti versichert, der Verein Help-Point Sumy werde dafür sorgen, «dass die Operationstextilien dorthin kommen, wo sie am nötigsten gebraucht werden». Sie selber kontrolliert vor Ort die Verteilung der Hilfsgüter, die von einer speziellen Kommission organisiert wird. «Dort melden alle ihre Wünsche und Bedürfnisse an, dann wird das Material zugeteilt und zu den Spitälern transportiert», erläutert Piffaretti.

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