Niederwil
Heisse Marroni und Most frisch ab Presse

Die alljährliche «Chilbi» im Reusspark, eine alte und sehr beliebte Tradition, zog wieder viel Volk an.

Jörg Baumann (Text und Fotos)
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Der Herbst ist definitiv da: Warme Kleider fanden an der «Chilbi» einen riesigen Absatz.

Der Herbst ist definitiv da: Warme Kleider fanden an der «Chilbi» einen riesigen Absatz.

Kein Herbst vergeht ohne die Chilbi im Pflege- und Betreuungszentrum Reusspark in Niederwil: «Wir hängen an dieser alten Tradition», betont Reusspark-Direktor Thomas Peterhans. «Die Chilbi ist ein ausgezeichnetes Aushängeschild für das Heim. Denn der Reusspark will ein Ort der Begegnung sein. An der Chilbi dürfen wir immer auch viele Kinder willkommen heissen, die im Heim ihr Grossmueti oder ihren Grossvater besuchen kommen.»

Dem Reusspark flogen gestern an der Chilbi die Herzen und die helfenden Hände zu. «Ohne unsere Angestellten, aber auch ohne die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, könnten wir den Anlass nicht durchführen», sagt Peterhans, der an der Chilbi viele Hände schütteln und altbekannte Besucher begrüssen durfte.

Reusspark eröffnet Gewächshaus

In einer besonderen Mission waren die Bremgarter Marktschreierinnen Irma Briner aus Bellikon, Kulturverantwortliche im Reusspark, und Annafried Widmer-Kuhn aus Eggenwil von der Organisation Pro Specie Rara mit ihrem Handkarren an der Chilbi unterwegs.

Pro Specie Rara will die Vielfalt von herkömmlichen Kulturpflanzen und Nutztierarten, die dem Untergang geweiht sind, fördern. Die Marktschreierinnen warben für das neueste Projekt im Reusspark. Beim alten Kloster baut das Heim das Gewächshaus zum Spezialitätenhaus um. Darin werden den Bewohnern und Besuchern des Heimes selten gewordene Gemüse- und Obstsorten angeboten, die sie noch aus ihrer Jugendzeit kennen. Das Gewächshaus wird am 1. Juni 2012 eröffnet. Die in diesem Jahr durchgeführten Zuchterfolge mit Tomaten und Bohnen seien erfreulich gewesen, bestätigen die Marktschreierinnen.

Auch Thomas Peterhans zeigt sich begeistert: «Im Gewächshaus werden schwarze Kartoffeln und Bohnen gezogen, die über einen halben Meter lang werden können.» Die neue Einrichtung passt zum Reusspark – dieser betreibt auch einen Schrebergarten für die Bewohner.

Gratis Reitschule und mehr

Das Angebot an der Chilbi ging weit über das Obst und das Gemüse hinaus. An den Verkaufsständen fanden warme Stricksachen, selber gemachte Konfitüren und andere Leckereien reissenden Absatz. Der Zuckerwattenstand durfte natürlich auch nicht fehlen, ebenfalls nicht die Marroniverkäufer und die Grillspezialisten am Bratwurststand, die bei diesem kühlen Wetter ihr Geschäft witterten. Thomas Vogel, Mitarbeiter im Technischen Dienst im Reusspark, und sein Kollege Kurt Hüttler aus Birr, der mit der Reusspark-Direktionssekretärin Fränzi Honegger liiert ist, pressten aus den von einem Bauernhof in Stetten angelieferten Mostäpfeln so viel Süssmost, wie das Publikum begehrte. Nicht wegzudenken an einer richtigen Chilbi ist die Reitschule. Zu dieser kam der Reusspark fast wie die Jungfrau zum Kind. «Die Feuerwehr Lengnau stellte uns das Karussel gratis zur Verfügung», verrät Thomas Peterhans.