Bremgarten
Heinz Bergamin bringt Bachs «Matthäuspassion» ins Städtchen

Eigentlich wollte Heinz Bergamin nach Keisers «Markuspassion» (2009) und Brahms «Ein Deutsches Requiem» (2011) kein weiteres grosses Konzert mehr ausrichten, weder in der katholischen Stadtkirche Bremgarten noch anderswo.

Lukas Schumacher
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Vorfreude auf den 2. März 2013 beim ehrenamtlichen Kulturanbieter Heinz Bergamin..sl

Vorfreude auf den 2. März 2013 beim ehrenamtlichen Kulturanbieter Heinz Bergamin..sl

Doch der pensionierte Bremgarter Seklehrer, der jährlich eine grössere Reise vorzugsweise in den Norden unternimmt, liess sich umstimmen. «Ich konnte bei diesem genialen Werk in erstklassiger Besetzung einfach nicht Nein sagen», sagt der Opern- und Klassikliebhaber schmunzelnd.

Aufführung auf hohem Niveau

So wird am Samstag, 2. März 2013, um 19 Uhr in der Stadtkirche Bremgarten die «Matthäuspassion» von Bach aufgeführt, eines der bedeutendsten Werke der Musikgeschichte. Es singen 35 Chorangehörige der Schola Cantorum Basiliensis, die weltweit als erste Adresse für Alte Musik gilt. Sechs Solisten, unter ihnen Maria Christina Kiehr (Sopran) und Carlos Mena (Alto) sowie das renommierte Basler Barockorchester La Cetra bieten Gewähr für eine Aufführung auf hohem Niveau.

«Die bekannteste Person wird Dirigent Andrea Marcon sein», erzählt Bergamin, «Marcon gab vor zwei Monaten sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern.» Der Italiener sei weltweit sehr gefragt als Operndirigent und als Leiter von Aufführungen klassischer und frühbarocker Werke.

Finanzierung praktisch gesichert

Heinz Bergamin packte das Unterfangen «Matthäuspassion» ehrenamtlich und mit der gleichen Passion an, die er fürs gute Gelingen der «Markuspassion» und «Ein Deutsches Requiem» aufgebracht hat. Gewiss kein Kinderspiel war die Finanzierung der Aufführung, schlagen doch Ausgaben in der Grössenordnung von 35000 Franken zu Buche, darunter Gagen der Auftretenden im Betrag von 27000 Franken. «Nach einigen schlaflosen Nächten ist die Finanzierung praktisch sichergestellt», zeigt sich Bergamin erleichtert.

Die öffentliche Hand, private Stiftungen und lokale Unternehmen unterstützen den zweistündigen Kulturanlass mit insgesamt rund 21000 Franken. Gehen alle 350 Konzertplätze in der Stadtkirche zum Durchschnittspreis von 40 Franken weg, so resultiert in der Endabrechnung eine schwarze Null. Bei einem Defizit würde der Kanton Aargau, der ohnehin 5000 Franken aus dem Swisslos-Fonds überweist, weitere 5000 Franken einschiessen.

Der Vorverkauf läuft am 18. Februar im Bahnreisezentrum Bremgarten an. Den Bremgartern gewährt Bergamin einen Heimvorteil: Sie können schon ab 13. Februar Tickets im Bahnreisezentrum bestellen.