Wohlen
Heimspiel für U19-Frauen-Nati: Europameisterschaft wird in Wohlen angepfiffen

Am 18. Juli schrillt in Wohlen der Startpfiff zur diesjährige U19-Fussball-Europameisterschaft der Frauen. Bei der letzten «heimischen» U19-Fussball-Europameisterschaft der Frauen, im Jahr 2006, war Wohlen noch nicht Gastgeberorte.

Natasha Hähni
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Die Schweizerinnen feiern das 2:0 gegen Holland beim Frauen-U19-Fussball-Länderspiel vom Freitag, 15. September 2017, in Brunnen. Am Vierländerturnier nahmen Mannschaften aus Holland, Schweden, Norwegen und der Schweiz teil.

Die Schweizerinnen feiern das 2:0 gegen Holland beim Frauen-U19-Fussball-Länderspiel vom Freitag, 15. September 2017, in Brunnen. Am Vierländerturnier nahmen Mannschaften aus Holland, Schweden, Norwegen und der Schweiz teil.

KEYSTONE

Im Stadion Niedermatten, wo in der Regel Mannschaften regionaler Klubs kicken, werden diesen Sommer Teams aus aller Welt um den Europameistertitel spielen. Am 18. Juli um 15.30 Uhr wird das Eröffnungsspiel der U19-Fussball-Europameisterschaft der Frauen im Wohler Heimstadion angepfiffen.

«Der FC Wohlen wurde vom Schweizerischen Fussballverband angefragt», freut sich Serena Forgione, Geschäftsstellenleiterin des FC Wohlens. «Seither stehen wir auch mit der Uefa in ständigem Kontakt. Beide Verbände kennen uns schon von anderen Turnieren. Da wir auch bei der Begutachtung durch die Uefa gut abgeschnitten haben, stand dem Stadion als Austragungsort nichts mehr im Wege.»

Das beglückt auch Gemeindeammann Arsène Perroud: «Für eine regionale Sportanlage sind internationale Turniere natürlich immer etwas Spezielles. Zudem ist es eine Möglichkeit, die Leute mehr für den Frauenfussball zu begeistern.» Dass das Eröffnungsspiel in Wohlen stattfinde, sei umso erfreulicher. Es handle sich schliesslich um eine Premiere. Bei der letzten «heimischen» U19-Fussball-Europameisterschaft der Frauen, im Jahr 2006, stand Wohlen nämlich noch nicht auf der Liste der Gastgeberorte.

Familiäre Stimmung an Turnieren

Im eigenen Land gegen internationale Mannschaften zu spielen, ist auch für die jungen Schweizerinnen aufregend. Wie zum Beispiel für Luna Lempérière: «Ich hoffe natürlich, dass viele Freunde und die Familie an die Spiele kommen. Das könnte ich nicht erwarten, wenn wir im Ausland spielen würden.» Der einzige Nachteil sei, dass die Nervosität bei so vielen bekannten Gesichtern im Publikum nicht gerade abnehme.

Die familiäre Stimmung sei jedoch das, was Frauenfussballturniere, egal ob regional oder international, ausmache. «Frauenturniere sind vor allem abseits des Spielfeldes sehr fair. Auf dem Feld wird 90 Minuten gekämpft, danach haben es alle, inklusive Fans, gut miteinander», schwärmt der Medienverantwortliche des Frauen-Nationalteams, Matthais Röthlisberger.

«Das liegt auch daran, dass sich im Frauenfussball viele der Zuschauer und Spielerinnen kennen», erklärt Nationalspielerin Caroline Abbé. Dass die Europameisterschaft erneut in der Schweiz ausgetragen wird, ist für sie auch deshalb ein Highlight, weil sie vor zwölf Jahren selber an der U19-Europameisterschaft mit dabei war. «Das Turnier wieder in der Schweiz zu haben, ist grossartig. Ich hoffe natürlich auf viele Zuschauer. Oft ist es ja so, dass Zuschauer, die einmal ein Frauenfussballspiel besucht haben, immer wieder kommen», so Abbé.

Zum Turnierbeginn sind alle fit

Serena Forgione bestätigt: «Der Frauenfussball ist stark im Kommen. Allein beim FC Wohlen haben wir in den letzten Jahren von zwei auf drei Mannschaften aufgestockt.» U19-Nationaltrainerin Nora Häuptle hofft ebenfalls auf viele Zuschauer; vor allem auf die aus der Region: «Bekannte Gesichter in den Zuschauerreihen sind immer ein extra Ansporn.» Der sei auch nötig: «Im Moment haben wir zwei Spielerinnen, die zurzeit bei der A-Mannschaft sind, und zehn Verletzte, unter ihnen Rahel Tschopp und Tyara Buser. Dadurch fehlt uns Spielpraxis, die wir aber hoffentlich in den nächsten Monaten wieder aufholen können», so Häuptle.

Momentan sehe es glücklicherweise so aus, als wären alle Spielerinnen bis Turnierbeginn wieder auf den Beinen. Und Röthlisberger ergänzt: «Wenn die Top 11 fit ist, dann stehen die Chancen gut, dass wir die Gruppenphase überstehen werden.»