Ringen
Heimniederlage der Freiämter als Auftakt zur Schweizer Mannschaftsmeisterschaft

Die Ausfälle zeigen ihre Spuren. Die Ersatzringer konnten den Ausfall von Pascal Gurtner, Roman Zurfluh und Jeremy Vollenweider nicht wettmachen, die Freiämter verlieren gegen Willisau mit 16:20.

Wolfgang Rytz
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Beinangriff des siegreichen Freiämter 57-kg-Ringers Nils Leutert (links) im Startkampf gegen Willisaus Hadi Alizada. WR

Beinangriff des siegreichen Freiämter 57-kg-Ringers Nils Leutert (links) im Startkampf gegen Willisaus Hadi Alizada. WR

Wolfgang Rytz

Trotz aufopferndem Einsatz haben die Freiämter Ringer den ersten Mannschaftskampf der neuen Nationalliga-A-Saison gegen Willisau verloren. Das Verdikt fiel mit 16:20 knapper aus als befürchtet. Der Erzrivale trat auch nicht in Bestbesetzung an, aber doch mit einem ausgeglicheneren Team, als die Mannschaft aus dem Freiamt.

Nach zehn Mattenduellen vor begeisterten 500 Zuschauern in der Sporthalle Merenschwand schlugen bei den Einheimischen drei vorzeitige Niederlagen zu Buche. «Sieben Kämpfe waren gut», konstatierte Trainer Adi Bucher. «Doch mit drei Nullern können wir diesen Match nicht gewinnen.»

Keine schweren Siegringer

Mit dem Ausfall der verletzten, respektive angeschlagenen Teamstützen Pascal Gurtner, Roman Zurfluh und Jeremy Vollenweider hat die Aargauer Ringerhochburg in den oberen Gewichtsklassen jegliche Durchschlagskraft verloren. Der erstmals eingesetzte Afghane Ainoddin Ahmadi und Schwinger Adrian Wetzstein erstarrten vor Ehrfurcht ob ihres Gegners mit internationaler Erfahrung und liessen sich schnell auspunkten. Ebenfalls blockiert wirkte Marc Scherrer bis 74 kg Freistil gegen das Willisauer Talent Tobias Portmann. Immerhin wehrte er sich über fünf Minuten, bis auch er mit 0:16 von der Matte zottelte.

Da blieb Teamoldie und -stütze Pascal Strebel am Schluss nur noch, Schadensbegrenzung zu betreiben. Der Freiämter Olympiaringer erteilte dem aktuellen Internationalen Andreas Vetsch einmal mehr eine Lektion. Dieser versuchte darauf, mit härterer Gangart Strebel weichzuklopfen. Aber mit Ausnahme einer Platzwunde an Strebels Kinn brachte der Ostschweizer in Luzerner Diensten nichts zustande und verlor 2:7. In den untersten vier Gewichtsklassen überzeugten die Freiämter mit 11:3 Mannschaftspunkten. Damit hielten sie die Begegnung bis zum zweitletzten Einzelduell offen. Nils Leutert fegte Hadi Alizada in nur 124 Sekunden von der Matte. Freistilspezialist Nino Leutert lieferte dem Greco-Ringer Dimitar Sandov bis 61 kg Greco einen ausgeglichenen Fight, den Willisaus Bulgare beim Stand von 3:3 dank der letzten Wertung knappst möglich gewann. Freiamts Internationaler Randy Vock agierte zwar gegen den ultradefensiven Lukas Bossert nicht sonderlich dynamisch, erfüllte aber seine Pflicht mit 9:0 souverän.

Nur auf dem Zahnfleisch

Eine kleine, aber feine Überraschung lieferte Michael Bucher bis 70 kg Greco. Nach seinem frühzeitigen Rücktritt als Freistilinternationaler, bedingt durch Rückenprobleme, hat er seine physische Verfassung mit intensivem Training verbessert. «Er ist auch ein guter Greco-Ringer», erklärte Adi Bucher den 9:2-Sieg des Freiämters über den zweifachen Greco-Schweizer-Meister Roger Heiniger. Die kämpferisch gute Gesamtleistung des Freiämter Teams rundeten Joel Meier und Marc Weber ab. Weber plagte den Altinternationalen Jonas Bossert so sehr, dass dieser seinen Vorsprung «auf dem Zahnfleisch» über die Zeit rettete. «Wir müssen jetzt konzentriert weiter arbeiten und die wichtigen Matchs ab der dritten Runde gewinnen», blickt Trainer Bucher vorsichtig optimistisch vorwärts.

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