Was trägt Mann oder Frau zur Verleihung des Aargauischen Heimatschutzpreises an das Wohler Strohmuseum? Natürlich einen Strohhut. Gemeindeammann Walter Dubler tat nicht nur das, sondern klärte Ruedi Weber-Schmid, Obmann Aargauer Heimatschutz, darüber auf, was ein Röhrlihut ist. Viele Damen trugen Modelle, die von Marili Isler, der letzten Wohler Modistin, hergestellt worden waren. Deren Geschäft ist schon seit einiger Zeit geschlossen.

Ein aktuelles Hutmodell gewählt hatte dagegen Doris Stäger, Vizepräsidenting der Stiftung Freiämter Strohmuseum, die den landesabwesenden Präsidenten Jacques Isler vertrat. Es handelte sich um den Hilfiker-Hut der aktuellen „Freiamt"-Kollektion der Hägglinger Hutfabrik Risa.

Auch von Marili Isler stammte der Hut von Elisabeth Zimmermann-Mäschli. Er war besonders schön mit einem Band mit Strohblumen geschmückt. Das sei eines der Exotenprodukte, erklärte sie, mit dem ihr ehemaliger Arbeitgeber, die Firma Mario Dubler + Co. AG, früher gehandelt hatte. Sie erinnerte sich mit Laudator Adrian Meyer daran, wie sie einmal knallrot geworden war, als ein deutscher Geschäftspartner festgestellt hatte, sie sei vor einem Jahr mit dem genau gleichen Strohhut bei ihm vorstellig geworden.

Viele Eingeladene

Dass der offizielle Teil der Verleihung kurzfristig in der Schalterhalle der NAB statt wie angekündigt im Strohmuseum stattfand, lag nicht darin, dass man den Sponsor des Aargauer Heimatschutzpreises in den Fokus rücken wollte, sondern weil die vielen Anwesenden im Strohmuseum selber nicht Platz gehabt hätten. Die Freude über den Preis war in Wohlen halt gross gewesen, und deshalb hatten die Verantwortlichen viele Einladungen verschickt.

Regierungsrat Stephan Attiger, der als Gratulant zugegen war, fand den Ort passend. Schliesslich hätten die Wohler in der Blütezeit der Strohindustrie aus einem Abfallprodukt Geld gemacht, scherzte er.