Vor einem Jahr ging es zünftig zur Sache. Die Verantwortlichen des Regionalen Wasserverbandes Mutschellen und jene der Wasserversorgung Bremgarten lagen sich in den Haaren. Die Auseinandersetzung um Wasserpreise und finanzielle Abgeltungen gipfelte in der Kündigung des Wasserliefervertrags durch Bremgarten auf den Frühling 2013. Mittlerweile sind die Wogen geglättet. Den Schlusspunkt hinter den Konflikt setzte eine Überweisung von 98000 Franken aus Bremgarten an den Wasserverband Mutschellen.

«Neuer Vertrag auf gutem Weg»

Der Wasserverband Mutschellen wird auch in den nächsten Jahren reichlich Trinkwasser aus Bremgarten beziehen können. Für den Mutschellen ein wichtiger Aspekt der Versorgungssicherheit. Denn mit dem kostengünstigen Wasser aus Bremgarten wird rund ein Drittel des jährlichen Wasserverbrauchs in den Mutschellengemeinden Berikon, Widen, Rudolfstetten sowie in Zufikon gedeckt. 2011 waren es 358000 Kubik Bremgarter Wasser (1 Kubik = 1000 Liter).

Kürzlich fand am runden Tisch eine erste Verhandlungsrunde über einen neuen Wasserliefervertrag mit Bremgarten statt. «Es war eine sehr konstruktive Runde», sagte der Mutscheller Wasserverbandspräsident Heiri Römer an der Abgeordnetenversammlung in Berikon. «Der neue Vertrag ist auf gutem Weg.» Der Wasser-Eigenbedarf von Bremgarten werde in den nächsten Jahren zunehmen, und der Bremgarter Grundwasserspiegel, aus dem das Trinkwasser stammt, sei zurückgegangen.

Optionsmenge wird verkleinert

Im alten, bestehenden Liefervertrag mit Bremgarten ist die höchstmögliche Mutscheller Bezugsmenge (Optionsmenge) auf 1500 Kubik Wasser pro Tag festgeschrieben. Im neuen Vertragswerk soll eine geringere tägliche Optionsmenge von voraussichtlich 1100 Kubik fixiert werden. «Mit 1100 Kubik kommen wir bestimmt über die Runden», gab Heiri Römer zu verstehen. Einer der wenigen unbereinigten Vertragspunkten sei die Ausgestaltung des Wasserpreises, den der Verband Mutschellen bezahlen muss. Römer ist zuversichtlich, dass man sich bald auf einen fairen Preis einigen kann. Gemäss seiner Einschätzung wird der neue Vertrag im Sommer dieses Jahres unterschriftsreif vorliegen. Die Abstimmung über das Vertragswerk folgt dann am 12. September, anlässlich der nächsten Abgeordnetenversammlung des Regionalen Wasserverbandes Mutschellen.

Erneuerungsprogramm auf Kurs

Anhand einer Prioritätenliste erneuert der Verband Schritt für Schritt das Mutscheller Wassernetz. Laut Verbandsingenieur Erich Faes will man 2013 oder 2014 die Sanierung der Wasserleitung in der Habsburgerstrasse in Rudolfstetten ausführen. Demnächst folgt die Bauabrechnung zur neu erstellten Wasserleitung nach Bellikon, die täglich mit 50 Kubik Mutscheller Wasser gespeist wird. Die Abrechnung soll unter dem Kostenvoranschlag abschliessen, was auch fürs Verbandsprojekt Bahnhofstrasse Berikon gelte.