Heute Freitag, kurz nach 7 Uhr, ist beim Bahnhof Berikon-Widen auf der Mutschellen-Passhöhe eine Zugskomposition der Bremgarten-Dietikon-Bahn (DB) mit einem Lastwagen kollidiert. Nach ersten Erkenntnissen der Kantonspolizei Aargau hat der Lastwagenchauffeur, der von Bremgarten her gekommen ist, beim Abbiegen in Richtung Berikon ein Rotlicht übersehen. Beim Bahnübergang auf dem Mutschellen gibt es keine Barrieren.

Front des Zugs eingedrückt

Der LKW wurde beim Unfall mehrere Meter in Richtung der Bahnstation geschoben. Er wurde dabei stark demoliert. Auch die Front des Zuges wurde massiv beschädigt. Glück hatten Chauffeur und Lokführer: Der Chauffeur ist beim Unfall leicht, der Zugführer nur geringfügig verletzt worden. Im Zug, der von Dietikon her in Richtung Bremgarten unterwegs gewesen ist, sassen rund 35 Personen, sie kamen beim Unfall nicht zu Schaden.

Die Bahnlinie war nach dem Unfall mehrere Stunden unterbrochen. Für den Personentransport wurden Busse eingesetzt. Tangiert war auch der Busbetrieb. Die Busse aus und in Richtung Baden konnten nicht auf dem Bahnhof Berikon-Widen halten, weil die Kreuzung gesperrt war. In Widen wurde im Bereich des Knotens deshalb eine Ersatzhaltestelle eingerichtet. Zunächst war auch die Durchfahrt über den Mutschellen schwierig, im morgenlichen Berufsverkehr kam es zu einigen Rückstaus. Die Kantonspolizei hatte deshalb auch vor Verkehrsbehinderungen gewarnt.

Gegen 9 Uhr hat sich die Situation zumindest für den Verkehr vom Reuss- ins Limmattal wieder normalisiert. Wer von Widen aus via Berikon und Oberwil-Lieli auf den Autobahnzubringer in Birmensdorf gelangen will, musste aber noch bis gegen Mittag einen grösseren Umweg fahren.

Bergung dauert bis Mittag

Der vordere Triebwagen der BD-Doppeltraktion ist beim Unfall entgleist, aber noch fahrbar. Die Bahnverantwortlichen hofften, ihn im Laufe des Morgens wieder auf die Schiene zu bringen und ins Depot in Bremgarten schleppen zu können. Die Bahnanlagen, hiess es weiter, seien nur leicht beschädigt, man gehe davon aus, nach dem Mittag den Bahnbetrieb wieder aufnehmen zu können. Weil die Lichtsignalanlage auf der Kreuzung stark beschädigt ist, muss vorderhand jedoch ein Sicherheitsdienst den Verkehr regeln.

Hier wird der LKW nach dem Zusammenstoss mit dem BD-Bähndli geborgen

Hier wird der LKW nach dem Zusammenstoss mit dem BD-Bähndli geborgen

Wie die Bahnverantwortlichen weiter mitteilen, ist der Triebwagen stark beschädigt. Die Reparatur werde vermutlich mehrere Wochen dauern. Der Lastwagen ist nicht mehr fahrbar. Er muss von einer Spezialfirma geborgen und abgeschleppt werden.

Der schwere Unfall wird die Diskussion über eine Barriere auf dem Mutschellen wieder anheizen. Laut einer Vorschrift, die das Bundesamt für Verkehr schon vor mehreren Jahren erlassen hat, sollte der Übergang längst mit einer Schranke gesichert sein. An der Bahn liegt es nicht, sie hat ein entsprechendes Projekt schon vor drei Jahren aufgegleist. Die Realisierung ist bisher jedoch von Einsprachen blockiert worden. Die Beschwerden der Gemeinden Berikon und Widen sowie des Kantons Aargau liegen seit 2017 beim Bundesverwaltungsgericht.

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AZ-Leserreporter

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