Niederwil
Hauskauf für Asylbewerber abgelehnt – Hauptargument war der Platz

Die Liegenschaft an der Göslikerstrasse 25 in Niederwil wird doch nicht für eine Asylunterkunft gekauft – der Gemeinderat sucht eine neue Lösung.

Andrea Weibel
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Das Haus an der Göslikerstrasse 25 wird nicht als Asylunterkunft gekauft.

Das Haus an der Göslikerstrasse 25 wird nicht als Asylunterkunft gekauft.

ian/az-archiv

Die Niederwiler sind bereit, Asylsuchende aufzunehmen, das steht ausser Frage. Momentan erfüllen sie die Quote von 15 Personen, die in einer ehemaligen Bauarbeiterbaracke an der Hauptstrasse 9 wohnen. Doch die Baracke ist nicht nur sanierungsbedürftig, sondern wird in den nächsten Jahren auch einer Überbauung weichen müssen. Also braucht Niederwil eine neue Lösung für die Unterbringung der Asylsuchenden. Ein Häuschen an der Göslikerstrasse 25 wäre für den Gemeinderat und auch für den kantonalen Sozialdienst eine gute Lösung gewesen. Doch an der Gemeindeversammlung vom Montagabend sagte das Stimmvolk nein.

Zu wenig Platz im und ums Haus

Hauptargument gegen den Hauskauf war vor allem der Platz. «Das Haus schien den Leuten zu eng für zehn bis zwölf Personen. Ausserdem hat es kaum Umschwung und steht sehr nahe an den Nachbarhäusern», zählt Gemeindeammann Walter Koch auf Anfrage auf. «Der kantonale Sozialdienst hat uns zwar gesagt, in dem Haus hätten die Leute sogar mehr Platz als in der jetzigen Baracke. Aber dass sich die Nachbarn nicht unbedingt freuen, wenn sie so nah mit zehn bis zwölf Asylsuchenden zusammenleben müssen, verstehen wir durchaus.»

Insgesamt waren an der Gemeindeversammlung 181 Stimmberechtigte anwesend, von denen 111 den Antrag auf Hauskauf ablehnten. 43 waren dafür und 27 haben sich der Stimme enthalten. «Das ist Demokratie: Wir haben die Aufgabe, mögliche Lösungen zu finden, haben eine angeboten und die ist abgelehnt worden. Das ist in Ordnung», sagt der Ammann sachlich und verständnisvoll. «Nun werden wir eine andere Lösung suchen müssen.»

Hilfe aus der Bevölkerung

Die 615 000 Franken, die die Liegenschaft gekostet hätte, sind aber natürlich nicht einfach gespart. Gemeindeschreiber Christian Huber ergänzt auf Anfrage: «Auf jeden Fall werden wir uns sofort daran machen, neue Möglichkeiten abzuwägen. Wir wissen nicht, wie bald wir die Baracke räumen müssen, und wir wollen die Quote erfüllen.» Darum hat der Gemeindeammann die Einwohner aufgerufen, sich an der Suche nach neuen Lösungen zu beteiligen.

«Am Morgen nach der Versammlung habe ich bereits ein Mail eines Niederwilers bekommen, der mir einen Tipp gab, welche Liegenschaft wir uns anschauen könnten», freut sich der Ammann. «Wir haben wirklich eine gute Politkultur und ein gutes Einvernehmen im Dorf, das zeigt sich hier einmal mehr.» Ausserdem sehe man das daran, wie fair die sehr kurze Diskussion um den Hauskauf verlaufen sei, fügt der Gemeindeschreiber an.

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