Wohlen
«Hart in der Sache, fair im Umgang»

Die neue Einwohnerratspräsidentin Marlis Spörri (SVP) zitierte in ihrer Antritts-rede Churchill und bezeichnete Kritik als notwendig. Die 55-Jährige will den Spagat zwischen nachhaltig und bezahlbar machen.

Fabian Hägler
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Marlis Spörri: «Ich hoffe auf zielgerichtete Debatten»

Marlis Spörri: «Ich hoffe auf zielgerichtete Debatten»

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«Ich hoffe auf zielgerichtete und faire Debatten», sagte Marlis Spörri, die neue Einwohnerratspräsidentin, als sie ihre erste Sitzung eröffnete. Ihr Motto für die Diskussionen im Wohler Gemeindeparlament lautet: «Hart in der Sache, aber fair im Umgang.»

«Leute suchen, die sich für Wohlen starkmachen»

Präsidentin Marlis Spörri ist es ein Anliegen, dass es bei den nächsten Einwohnerratswahlen eine echte Auswahl an Kandidaten gibt. Sie rief die Ratsmitglieder auf, «genügend Leute für ein Engagement in einer Kommission oder im Einwohnerrat zu gewinnen, damit wir auch in zwei Jahren eine hohe Kandidatenzahl haben». 2009 stellten sich 90 Frauen und Männer zur Wahl, dies waren 22 Personen mehr als 2005. Wenn sich die Gemeinde künftigen Anforderungen weiterhin gut stellen solle, brauche es Leute, «die sich für Wohlen starkmachen».

Für Spörri müssen die Ratsmitglieder mit gutem Vorbild vorangehen und versuchen, die anderen zu überzeugen, dass es sich lohnt, sich für unsere Gemeinde, unseren Kanton, unser Land und unsere direkte Demokratie einzusetzen. So zeichnen sich ihrer Meinung nach Menschen aus, denen der gesellschaftliche Zusammenhalt wichtig ist. (fh)

Spörri, die 55-jährige SVP-Vertreterin, zitierte in ihrer Antrittsrede den ehemaligen britischen Staatsmann Winston Churchil: «Kritik mag unangenehm sein, doch sie ist notwendig.» Sie erfülle dieselbe Funktion wie der Schmerz im Körper, führte Spörri aus: «Sie macht auf ungesunde Verhältnisse aufmerksam.»

Spörri erinnerte auch an die Neujahrsansprache von Gemeinderat Urs Kuhn. Demnach funktioniere Harmonie «nur mit dem Zusammenspiel aller, jedoch mit Einschluss einer gewissen Kritikfähigkeit».

«Zukunftsfähige Entscheidungen»

Spörri will die Rahmenbedingungen schaffen, damit die Ratsmitglieder ihre Aufgaben gut wahrnehmen können. «Ich werde versuchen, mit seriös vorbereiteten, organisierten und möglichst gut geleiteten Sitzungen meinen Beitrag daran zu leisten», sagte sie. Die neue Präsidentin hofft in ihrer Amtszeit auf zielgerichtete, faire Debatten und zukunftsfähige Entscheidungen.

Eines ihrer persönlichen Ziele ist, bei jeder Ratssitzung «zusätzlich ein altes Geschäft zu behandeln und zu erledigen». Sie meint damit diejenigen Geschäfte, «die überfällig sind und laut Ratsreglement schon lange hätten behandelt werden müssen».

Im Ausblick auf den zweiten Teil der laufenden Legislatur sagte Spörri, der Einwohnerrat habe «noch zwei spannende Jahre in dieser Amtsperiode» vor sich. Es stünden wichtige Entscheide an, «die es zu diskutieren und zu fällen gibt». Für den Friedhof, die Planung des Betriebs- und Gestaltungskonzepts für die Alte Bahnhof-strasse und die Bahnhofstrasse, die Sanierung von Eisbahn/Schwimmbad oder Projekte im Bereich Verkehr werden wir «Vorlagen erhalten, die Millioneninvestitionen beinhalten».

Spagat für den Einwohnerrat

Für Spörri ist jetzt schon absehbar, «dass wir den Spagat zwischen nötig und wünschbar, zwischen nachhaltig und bezahlbar machen müssen». Für diese Aufgabe wünschte sie allen Ratsmitgliedern «das nötige Augenmass». Doch Spörri relativierte auch: «Wenn wir über die Landesgrenzen hinaus schauen, stellen wir fest, dass die Parlamente in ganz Europa vielfach noch schwierigere Aufgaben zu lösen haben als wir in Wohlen.»