Seit der Oberstufe liebt er es, Webseiten zu gestalten. Und seit dem ersten Harry-Potter-Film ist er fasziniert von der Hermine-Darstellerin Emma Watson. Als 16-Jähriger hat der Kunststofftechnologe und Veranstaltungstechniker Patrik Schöpfer aus Muri beides verknüpft, indem er auf der grössten deutschsprachigen Emma-Fanpage mitzuarbeiten begann.

Dann wurde die Seite vom Netz genommen. «Ich hatte damals so viele Kontakte und Erfahrung gesammelt, dass ich selber wagte, eine Fanpage zu gründen», berichtet Schöpfer. Das war die Geburtsstunde von emma4ever.com, der Fanseite, die vom Freiamt aus täglich rund 400 bis 500 Neugierige oder Stammgäste mit den neuesten Emma-News auf Deutsch bedient.

«Mein Leben nicht verändert»

Schöpfer, der sich auf seiner Page aus Sicherheitsgründen hinter dem Pseudonym Patricia Holm verbirgt, investiert im Schnitt pro Tag etwa eine halbe Stunde in seine Seite. «Manchmal mehr, dafür lasse ich sie auch mal unbearbeitet, wenn ich in den Ferien bin», erklärt er. «Ich muss nicht vom Urlaub aus ständig online sein. Mein Leben hat sich durch die Seite nicht verändert.»

Am Anfang stand die Faszination für die Schauspielerin Emma Watson im Vordergrund. «Mittlerweile ist sie mehr zum Mittel zum Zweck geworden. Natürlich fasziniert sie mich noch, aber viel wichtiger ist mir das Technische hinter der Webseite.» Wäre es anders, wäre vermutlich auch seine Freundin nicht ganz einverstanden damit. Schöpfer klickt sich täglich durch unzählige Internetseiten und Mails, um die neuesten Bilder und Facts über Emma zu finden und damit seine Page zu füttern. «Ich achte darauf, dass niemals Privates hinein rutscht. Paparazzi-Bilder stelle ich nicht online, so viel Respekt muss sein», stellt der 20-Jährige klar.

Emma und ihre Fans werden älter

Früher hat Schöpfer auch Wettbewerbe für Fans durchgeführt oder deren Briefe zu einem Büchlein zusammengetragen und dies im Namen der Fans an Emma geschickt. «Das mache ich jetzt nicht mehr. Denn alle sind älter geworden, sowohl Emma als auch ihre Fans und ich. Es sind nicht mehr die kreischenden kleinen Mädchen wie beispielsweise bei Hannah Montana, sondern es sind mittlerweile alles Fans, die sich für die Künstlerin selbst, ihren Kleiderstil und so weiter interessieren. Sie wollen nicht mehr an Wettbewerben mitmachen oder ihr Briefchen schreiben. Ich kann das verstehen, mir geht es genauso», beschreibt er.

Know-how verbessern

Sein Ziel ist es, sich mithilfe der Seite in technischer Hinsicht weiterzubringen. «Ich will mein Know-how verbessern, meine Seiten noch weiter verlinken und sie irgendwann vielleicht mit meinem Beruf als Veranstaltungstechniker oder meinem Hobby, dem Theaterspielen, verknüpfen. Vorerst ist es aber einfach ein weiteres Hobby», erklärt Patrik Schöpfer. Mit seinen Seiten für die Firmen seines Vaters und seines älteren Bruders ist er jedenfalls schon erfolgreich. Und auch seine Theatergruppe und der Jugendnaturschutz Freiamt profitieren von seinem Können. «Meine Freunde halten mich für vollkommen durchgeknallt. Aber durch die Emma-Seite habe ich viel gelernt, das ich sicher noch brauchen kann», fügt er grinsend hinzu.

Nun ist er erst einmal gespannt, wie viele Klicks seine Seite verzeichnet, nachdem heute Abend der neueste und letzte Harry-Potter-Streifen Schweizer Premiere gefeiert hat. Schöpfer selbst war bereits gestern an der Vorpremiere auf der Zuger Seebühne mit dabei.