«Fleisch am Knochen» hat es nicht viel im neuesten Bericht und Antrag aus dem Wohler Gemeindehaus. Es geht um einen Verpflichtungskredit für die Teilrevision der Nutzungsplanung. Der Titel lässt aufhorchen, zumal die gültige Wohler Nutzungsplanung erst 2013 letztmals revidiert worden ist. Auf den zweiten Blick ist dann ersichtlich, worum es in dieser Vorlage grundsätzlich geht: Die Gemeinde Wohlen muss ihre Planungsinstrumente der aktuellen und übergeordneten Gesetzgebung anpassen.

Ein Aspekt betrifft die Interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB), welcher der Kanton Aargau vor 10 Jahren beigetreten ist. Das hat zur Folge, das auch die Gemeinden die Baugebriffe in ihrer Bau- und Nutzungsordnungen harmonisieren müssen. Sie haben dafür vom Kanton eine Frist bis 2021 gesetzt bekommen.

Verschiedene Bereiche anpassen

Handlungsbedarf besteht in Wohlen aber noch in verschiedenen weiteren Bereichen. So ist der revidierte Paragraf 127 des Baugesetzes umzusetzen. Die Gemeinden müssen dabei die Gewässerräume in ihrer Nutzungs- und Sondernutzungsplanung analysieren und den örtlichen Gegebenheiten entsprechend anpassen. 

Weiter will beziehungsweise muss Wohlen eine Gesamtrevision des Kulturlandplanes angehen. Der geltende Plan ist im Dezember 1992 vom Einwohnerrat beschlossen und 1995 vom Grossen Rat genehmigt worden. Mit einer Revision sollen die verschiedenen Rahmenbedingungen und Vorschriften berücksichtigt werden, die sich seither verändert haben.

Ein wichtiger Punkt der bevorstehenden Revision ist das Bahnhofareal im Gebiet Freiverlad/Güterschuppen. Es erscheint im Bauzonenplan als weisse Fläche, ist also keiner spezifischen Zone zugeordnet. Bekanntlich sind aktuell jedoch Bestrebungen im Gang, den Freiverlad aufzuheben und den Güterschuppen abzubrechen, damit die Bremgarten-Dietikon-Bahn direkt in den SBB-Bahnhof einfahren kann. Mit der Verlegung des BD-Bahnhofes könnte die Verkehrssituation auf dem Bahnhofareal entschieden verbessert und auch die Möglichkeit einer Überbauung geschaffen werden.

Der Gemeinderat hat 2018 eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die sich mit dem Thema befasst. Viele Details sind noch offen, vor allem muss abgewartet werden, ob das dafür zuständige Bundesamt für Verkehr die Aufhebung des Freiverlades überhaupt bewilligt. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die weitere Planung. Die zweite wäre eine geeignete Zonierung. Der Gemeinderat spricht in der Vorlage von WG4 oder allenfalls der Kernzone.

Mehrere Schritte nötig

Die beabsichtigte Teilrevision erfolgt in mehreren Schritten und umfasst eine öffentliche Mitwirkung ebenso wie eine Prüfung durch den Kanton und eine öffentliche Auflage. Der Einwohnerrat kann abschliessend darüber Beschluss fassen, der Regierungsrat muss die Revision abschliessend genehmigen. Gerechnet wird laut Voranschlag mit Kosten von 185 000 Franken.