Die Ende 2009 gegründete Ortsbürgerstiftung Oberlunkhofen kann ihren Stiftungszweck nur unzureichend erfüllen. Grund: Der Ertrag aus dem 500 000-fränkigen Stiftungsvermögen ist bescheiden, auch weil das Zinsniveau derzeit tief ist. Jetzt soll das Stiftungskapital kräftig aufgestockt werden.

Der Land-Deal

Wenn die Ortsbürger am 16. Mai Ja sagen, wird die Ortsbürgerstiftung mit 3415 m2 Ortsbürgerland bei der Sonnenbergstrasse im Gebiet Griesacher beschenkt. Das unerschlossene Bauland im Wert von rund 2,5 Millionen Franken soll später voraussichtlich im Baurecht abgegeben werden.

Auf diesem Weg will die Stiftung fortan ihrem Zweck – Förderung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Gemeinde Oberlunkhofen – gerecht werden.

Im Jahr 2013 verzeichnete die Stiftung bloss einen Ertrag von 3249 Franken. Abzüglich der Stiftungsverwaltungskosten von 1161 Franken verblieben unter dem Strich nur 2000 Franken, ein bescheidenes dörfliches Fördergeld. Sofern der jetzt eingefädelte Land-Deal klappt, soll die Stiftung ab dem Jahr 2015 mindestens 5000 bis 10 000 Franken jährlich für kulturelle und gemeinnützige Aktivitäten in Oberlunkhofen einsetzen.

Dieser Verpflichtung muss die Ortsbürgerstiftung zwingend nachkommen. Ansonsten würde die Steuerbefreiung der Stiftung hinfällig, wie das kantonale Steueramt erläutert. Anders gesagt: Falls die Stiftung künftig nicht jährlich 5000 bis 10 000 Franken ihres Vermögens für gute Zwecke überweist, muss sie happige Steuerzahlungen leisten.

Kapitalobergrenze bei 3 Mio. Franken

Was sagt der Kanton Aargau zum geplanten Landgeschenk zwischen Ortsbürgergemeinde und Ortsbürgerstiftung?

Nach diversen Gesprächen und Verhandlungen mit den Kantonsstellen erteilte «Aarau» der Schenkung grünes Licht. Regierungsrat Urs Hofmann, der Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres, teilte dem Gemeinderat schriftlich mit, dass die Ortsbürgergemeinde der Stiftung ein Kapital von maximal 3 Mio. Franken zuweisen dürfe.

Die Fläche fürs geplante Landgeschenk auf der total 8300 m grossen Ortsbürgerparzelle im Gebiet Griesacher legte der Kanton fest. Ausgehend von einem Quadratmeterpreis von 800 Franken errechnete die Kantonsbehörde eine Bruttofläche von 3415 m.

Abzüglich 290 m2 für Bauen von Ersatzfassungen wegen des bestehenden Quellenrechts beträgt die Nettofläche 3125 m2. Und so geht die Rechnung letztlich auf: Landwert der Nettofläche 2,5 Mio. Franken plus 500 000 Franken Vermögen = 3 Mio. Franken.

«Vernünftige kantonale Vorgabe»

Stiftungsratspräsident Rolf Stamm ist zuversichtlich, dass die Ortsbürger dem Landgeschäft zustimmen werden.

Gemeinderat und Stiftungsrat hätten hartnäckig und lange für diesen Land-Deal gekämpft. Die Kapitalobergrenze von 3 Mio. Franken bezeichnet Stamm als «vernünftige, ausgewogene Vorgabe des Kantons».