Bremgarten
Happige Vorwürfe von Eltern gegen Lehrer und Schulleitung

Eltern beschuldigen eine Lehrperson der Bezirksschule Bremgarten pädophiler Neigungen. Sie fordern dessen Absetzung und üben harsche Kritik an der Schulleitung und der Bez-Stufenleitung.

Lukas Schumacherund Andrea Weibel
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Rätselhaft: Mobbing oder berechtigte Anschuldigung?

Rätselhaft: Mobbing oder berechtigte Anschuldigung?

Lukas Schumacher

In einem anonymen Schreiben weisen Eltern von Kindern der Bezirksschule Bremgarten auf «das mehr als fragwürdige Verhalten» einer Lehrperson hin.

Der Lehrer versuche den Schulkindern, insbesondere Knaben, immer wieder körperlich nahe zu kommen, beispielsweise durch «wie zufällig aussehendes Arm-um-die-Schulter-Legen». Solche Vorfälle seien in letzter Zeit in verschiedenen Klassen gehäuft vorgekommen.

«Die Kinder wollen sich in der Schule wieder wohlfühlen, sie und wir Eltern wünschen, dass eine andere Lehrperson den Unterricht übernimmt», hält die Elterngruppe fest.

Abklärungen ergebnislos

Nicht zum ersten Mal äussern die Eltern Vorbehalte gegen den Bezlehrer. Schon vor gut einem Jahr waren sie in einem Schreiben an die Verantwortlichen der Schule gelangt und hatten das Benehmen der Lehrperson dargelegt.

Die Schulleitung reagierte, die Kantonspolizei wurde mit Abklärungen betraut. Die Ermittlungen verliefen im Sand. Gegen den Lehrer wurde keine Anzeige wegen strafrechtlich relevantem Fehlverhalten erstattet.

Nur sehr vage hätten Schulleitung und Bez-Stufenleitung über den Ausgang der polizeilichen Untersuchung informiert, kritisiert die Elterngruppe. Auch hätten Schulleitung und Stufenleitung eine Diskussion verunmöglicht.

Weil das Verhalten des Lehrers nun erneut sehr auffällig geworden sei und man vonseiten der Bremgarter Schulverantwortlichen Repressionen gegenüber kritischen Eltern oder Schülern befürchte, bleibe nichts anders übrig, als «unsere Beobachtungen und die unserer Kinder» den Medien zu unterbreiten.

«Nehmen alle Anliegen ernst»

«Wir nehmen geäusserte Anliegen und Bedürfnisse der Eltern grundsätzlich sehr ernst», betont Bremgartens Schulleiter Guido Wirth.

Konkreten Hinweisen wie im geschilderten Fall gehe man sofort nach. «Hätten die polizeilichen Abklärungen vor gut einem Jahr den Verdacht erhärtet, wäre es selbstverständlich zur sofortigen Trennung von der Lehrperson gekommen» Es gäbe nichts zu beschönigen oder unter den Teppich zu kehren.

Wirth weist die Angst der Eltern, dass ihnen Repressionen drohten, von sich.

Niemand habe etwas zu befürchten, betont der Schulleiter, und fügt hinzu: «Vertreter der Elterngruppe können jederzeit mit mir reden oder sich per Mail oder Brief äussern.» Laut Wirth erfolgte die Information der Eltern nach den polizeilichen Ermittlungen vor einem Jahr nach Absprache mit dem Rechtsdienst des BKS (kantonales Departement Bildung, Kultur und Sport).

Bei Polizei und Staatsanwaltschaft liegen keine Strafverfahren gegen den Bremgarter Lehrer vor. «Es ist natürlich möglich, dass die Schulverwaltung mit der Polizei Kontakt aufgenommen hat, aber ohne konkreten Tatvorwurf kann die Polizei nicht ermitteln», erklärt Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei. «Schon gar nicht bei anonymen
Anschuldigungen.»

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